Der Kongress für Zukunftsgestalter – 11. und 12. November in Graz

Vogel-Welzenbach Ines

Vita

Wissenschaftlicher Werdegang

1992 – 1999 Studium der Psychologie an der Universität Mannheim, Abschluss Diplom

2000 – 2004 Zusatzstudium der Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik an der Universität Koblenz-Landau, Abschluss Hochschulzertifikat

2002 – 2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationspsychologie, Medienpädagogik und Sprechwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau, Universität Koblenz-Landau

2007 Promotion (Dr. phil.) zum Thema „Das Sad Film Paradoxon. Ein theoretischer und empirischer Beitrag zum Anreiz trauriger Spielfilme“

Seit 01/2008 Geschäftsführerin des Medienzentrums der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau

Forschungsschwerpunkte

Medienpsychologische Wirkungsforschung, Mediennutzung und Emotionen

Ausgewählte Publikationen

Welzenbach-Vogel, I. & Knop, K. (unter Begutachtung). Machen wir uns die Welt, wie sie uns gefällt? Ein Forschungsüberblick zur Verarbeitung, Nutzung und Wirkung von Fake News und daraus abgeleiteten Implikationen für medienpädagogische Maßnahmen. Beitragseinreichung für die Zeitschrift merzWissenschaft.

Knop, K., Lutz, S., Vogel, I. & Gimmler, R. (2019). Potentiale und Herausforderungen der Smartphone-Nutzung für (gelingende) soziale Beziehungen und f2f-Kommunikation. merz – medien + erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik, 63 (1), 28-36.

Vogel, I. C. (2018). Kommunikation – Eine Einführung. In I. C. Vogel (Hrsg.), Kommunikation in der Schule (2. Aufl., S. 9-31). Bad Heilbrunn: Klinkhardt UTB.

Vogel, I. C. (2018). Cybermobbing. In I. C. Vogel (Hrsg.), Kommunikation in der Schule (2. Aufl., S. 375-398). Bad Heilbrunn: Klinkhardt UTB.

Vogel, I. C., Milde, J., Stengel, K., Staab, S., Kling, C. C. & Kunegis, J. (2015). Glaubwürdigkeit und Vertrauen von Online-News. Ein kommunikationswissenschaftlicher Überblick. Datenschutz und Datensicherheit 39(5), 312-316.

Vogel, I., Stengel, K. & Rahnke, M. (2014). Qualität der Fernsehberichterstattung über internationale Krisen und Konflikte. Ein Vergleich zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Nachrichtenanbietern. M&K – Medien und Kommunikationswissenschaft, 62(1), 42-63.

Vortrag

Fake-News und die indirekt Gefahr für die Demokratie 

Falschinformationen – beispielsweise in Form von Zeitungsenten – sind schon lange Teil der Mediengeschichte und stellen somit kein gänzlich neues Phänomen dar. Spätestens jedoch mit dem US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf im Jahre 2016 ist das Phänomen der Falschinformation unter der Bezeichnung „Fake News“ vermehrt in den Fokus des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses gerückt. Fake News werden dabei als ernst zunehmendes gesamtgesellschaftliches Problem wahrgenommen und intensiv mit Blick auf ihre potentiell schädigenden Wirkungen diskutiert: Ergebnissen repräsentativer Umfragen zufolge berichten 72 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer, dass ihnen online schon einmal (vermutete) Fake News aufgefallen sind. Dabei verbreiten Fake News über soziale Medien (z.B. facebook, Twitter, YouTube) vor allem polarisierende und moralisch aufgeladene Inhalte, tragen zur Entstehung von Echokammern bei und stellen damit direkt und indirekt eine Gefahr für die Demokratie und das gesellschaftliche Miteinander dar. Doch was genau versteht man unter Fake News? Wer generiert und verbreitet sie? Welche Motive und Absichten stecken hinter der Verbreitung von Fake News? Wie gehen Menschen mit ihnen um? Welche Wirkungen können Fake News haben? Und was kann aus dem Forschungsstand für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien für die medienpädagogische Praxis abgeleitet werden? Auf diese Fragen soll im Vortrag eingegangen werden.

Praxisforum

Manipulationsmöglichkeiten von Informationen in einer digitalen Welt 

Bei ihrer Verbreitung umgehen Fake News die Gatekeeper-Funktion des professionellen Journalismus, indem sie vorrangig über soziale Medien wie facebook und Twitter und im Normalfall nicht von Journalistinnen und Journalisten verbreitet werden. Dabei macht es die Digitalisierung von Medieninhalten auch für „Laien“ vergleichsweise einfach, diese zu kopieren, zu bearbeiten, zu manipulieren, in einem anderen Sinnzusammenhang zu darstellen oder Inhalte sogar vollkommen frei zu erfinden; so gestaltet sich die Unterscheidung von Original-Text-/Bild- oder Videomaterial und der bearbeiteten bzw. manipulierten Kopie im Zeitalter der Digitalisierung als zunehmend schwierig. Digital generierte Falschinformationen lassen sich darüber hinaus über sozialen Medien und die Vernetzung der Internetnutzerinnen und -nutzer in sozialen Onlinenetzwerken schnell und einfach an Gleichgesinnte und andere Mediennutzerinnen und -nutzer weiterverbreiten und können damit potentiell eine große Reichweite in der Bevölkerung erzielen. 

Welche Kompetenzen brauchen Mediennutzerinnen und -nutzer, um Fake News erkennen und sich vor schädigenden Wirkungen von Fake News schützen zu können? 

Reicht es aus, Fake News anhand spezieller Merkmale zu identifizieren und die typischen menschlichen Verbreitungsmechanismen zu kennen? Oder ist es nicht vielmehr erforderlich, sich der Problematik grundlegender und umfassender anzunehmen und auch die eigene Mediennutzung und die ihr zugrundeliegenden Bedürfnisse kritisch zu hinterfragen?

Ausgehend von einem ressourcenorientierten Medienkompetenz-Konzept informiert das Praxisforum über Manipulationsmöglichkeiten von Informationen in einer digitalen Welt (Stichwort: Deep Fake). Ferner möchte das Praxisforum Strategien vermitteln, mithilfe derer TeilnehmerInnen digitales Material selbst kritisch prüfen und Manipulationsversuche entlarven können (u.a. durch kritische Quellenprüfung, umgekehrte Bildersuche). Schließlich möchte das Praxisforum, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu anregen, sich kritisch mit ihrer eigenen Mediennutzung auseinanderzusetzen.