Der Kongress für Zukunftsgestalter – 11. und 12. November in Graz

Schlör Katrin

Vita

Dr.in Katrin Schlör ist Professorin für Kulturarbeit, ästhetische und kulturelle Bildung (Schwerpunkt Medienbildung) in der Sozialen Arbeit am Campus Reutlingen der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. 

Nach ihrem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien Stuttgart promovierte sie an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg in der Abteilung Medienpädagogik zum Thema Medienkulturen in Familien in belasteten Lebenslagen, wo sie anschließend als akademische Mitarbeiterin im Projekt Digitales Lernen Grundschule (dileg-SL) arbeitete. 

Darüber hinaus ist sie als selbständige Referentin und Autorin für Medienbildung tätig und Gründungs- sowie Vorstandsmitglied der Medienakademie Baden-Württemberg. Aktuell leitet sie das inklusive 360-Grad-Filmprojekt „Virtuell Barrierefrei“. 

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind kulturelle Medienbildung, aktive Medienarbeit, medienpädagogische Eltern- und Familienarbeit und lebenslagensensible Medienpädagogik.

Kontakt: k.schloer@eh-ludwigsburg.de

Vortrag

„Digitale Revolution?! Digitalisierung als Herausforderung und Chance für Bildung, Kultur und Gesellschaft.“

Die Geschichte der Medien ist die Geschichte der Mediatisierung. Der Medienwandel hat Menschen schon immer begleitet und sowohl für eine Erhöhung der Nutzung in quantitativer Hinsicht, als auch einer vermehrten Bedeutungszuschreibung auf qualitativer Ebene gesorgt. Begleitet wird dieser Prozess seit jeher durch das Zusammenspiel aus einer kulturpessimistischen Betonung der negativen Auswirkungen auf der einen und einer digital-euphorischen Sichtweise auf der anderen Seite. 

Der Beitrag ordnet diese Tendenzen in einer medienpädagogischen Perspektive ein und diskutiert sowohl Chancen als auch Herausforderungen in einer digitalisierten Welt, u.a. auf Basis der gesellschaftlichen Funktionen von Medien oder der Potenziale und Gefahren für Empowerment und Inklusion. Abschließend wirft er einen Blick auf unterschiedliche Facetten von Selbstbestimmung als Zieldimension für Bildung, Kultur und Gesellschaft und lädt dazu ein, über diese im Praxisforum ins Gespräch zu kommen.

Praxisforum

Make Love not Hate Speech 

Hassrede und Falschmeldungen im Netz erkennen und begegnen

Durch soziale Medien können Menschen einerseits intensiv an gesellschaftlichen Diskursen teilnehmen. Andererseits droht das Internet zur Dystopie zu werden, einem rechtsfreien Raum mit offenen Türen für Fremdenfeindlichkeit und Diffamierung. Neben Hate Speech im Kontext von Hass, Diskriminierung und Hetze im Internet, sorgen teils gezielte, teils unbewusste Falschmeldungen für Verunsicherung.

In der Tat spiegeln sich jene Phänomene zunehmend im Sprachgebrauch wider. Nachdem 2016 „Fake News“ zum Anglizismus des Jahres und „postfaktisch“ zum Wort des Jahres gewählt wurden, folgte im Jahr 2017 die Wortschöpfung „alternative Fakten“ als Unwort des Jahres.

Doch betreffen diese Probleme tatsächlich den Großteil der Netzgemeinde? Sind wir solchen Phänomenen ausgeliefert? Wie gelingt eine verantwortungsbewusste Kommunikationskultur im virtuellen Raum?

Neben der Vermittlung von Informationen zu Hate Speech und Fake News, steht die Sensibilisierung für die einfachen Produktions- und Manipulationsmöglichkeiten im Zentrum des Praxisforums. Die Teilnehmenden produzieren dafür zunächst über verschiedene Wege selbst Fake News, um anschließend ihre Erfahrungen zu reflektieren und Wege kennenzulernen und zu diskutieren, um Fake News zu entlarven und Hate Speech zu begegnen.