Rosa Fava

Vita

Dr.in Rosa Fava leitet seit zwei Jahren die ju:an-Praxisstelle der Amadeu Antonio Stiftung in Berlin und hat sowohl in verschiedenen Einrichtungen als auch freiberuflich zu Fragen von Migration und Diversität, aktuellem und historischem Antisemitismus und Rassismus Projekte geleitet, geforscht und publiziert. Sie ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin.

Input

Prävention durch Fortbildung:

Antisemitismus- und Rassismuskritik in der Jugendarbeit am Beispiel der ju:an-Praxisstelle

Rassismus und Antisemitismus sind in Jahrhunderten gewachsene Systeme von Ungleichheit, Ausgrenzung und Gewalt, die sich auf sehr unterschiedlichen Ebenen äußern. Abwertende Sprüche, Überlegenheitsbewusstsein oder Mobbing im Klassenchat seitens einer weißen Mehrheit gehören ebenso dazu wie bei den verschiedenen Minderheiten ungleiche Chancen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, Polizeigewalt und Brandanschläge, eine stigmatisierende und klischeehafte Darstellung in den Medien, aber auch eine größere Anfälligkeit für Krankheiten und psychische Probleme. Meist hat die Prävention Jugendliche und dies vor allem in der Schule im Blick. Genauso wichtig ist es aber, dass Kompetenzen in den Bereichen der Rassismus- und Antisemitismuskritik Teil des Berufsbildes in allen Bereichen wird. Eine Professionalisierung in den Ausbildungsgängen und die Weiterqualifizierung im Beruf steht an und setzt den politischen und individuellen Willen, in diesem Sinne zur Demokratieförderung beizutragen, voraus.

Die ju:an-Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit der Amadeu Antonio Stiftung in Berlin setzt einen Fokus auf Fortbildungen und Beratungen im Bereich der Offenen Jugendarbeit. Die Offene Jugendarbeit, ähnlich wie andere Formen der Jugendhilfe oder der nichtschulischen Bildungsarbeit, bietet besondere Ressourcen dafür, Jugendliche zu erreichen. Die professionelle persönliche Beziehung steht im Mittelpunkt und spricht Jugendliche individuell an. Daher ist es erforderlich, dass die Fachpädagog*innen der Jugendarbeit eine eigene Haltung gegen menschenfeindliche Ideologien, Handlungen und Strukturen entwickeln und dies überzeugend leben. Voraussetzungen sind eigenes Grundwissen und Sensibilität dafür, wie aktuell Antisemitismus und Rassismus auftreten, sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion mit Blick auf die eigene Eingebundenheit in diese komplexen diskriminierenden Phänomene.

Im Online-Seminar geht es zunächst um eine Einführung in aktuelle Phänomene von Rassismus und Antisemitismus, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Praxis

Am Beispiel der ju:an-Praxisstelle werden im Anschluss daran konkrete Umsetzungen im Bereich der Jugendarbeit vorgestellt. Nach einer Pause sind die Teilnehmer*innen aufgefordert, den Input auf das eigene Arbeitsfeld zu beziehen und darüber mit der Referentin und den anderen in den Austausch zu treten und abschließend Wünsche an eine eigene Fortbildung zu formulieren.