Der Kongress für Zukunftsgestalter – 11. und 12. November in Graz

Materna Georg

Vita

Studium in Leipzig, Halle/Saale, Wien, Clermont-Ferrand und Bayreuth. 2017 Promotion in Ethnologie über Straßenhändler im Senegal an der Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS). Seit 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am JFF – Institut für Medienpädagogik. Arbeit, Vorträge und Publikationen u. a. zu folgenden Themen: Medienkompetenz, Meinungsbildung Jugendlicher unter Bedingungen einer sich wandelnden Öffentlichkeit, Demokratieförderung und Islamismusprävention in Sozialen Medien.

Kontakt:

Dr. Georg Materna
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Abteilung Forschung
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
Arnulfstraße 205
80634 München
Tel: +49 89 689 89 152
Mail: georg.materna@jff.de

Vortrag

Lachkrampfseiten, Hobbylose und islamistische Ansprachen

Über die Meinungsbildung Jugendlicher in Sozialen Medien im Kontext von Islamfeindlichkeit und islamistischen Ansprachen

Soziale Netzwerkdienste wie bspw. Instagram, Snapchat, WhatsApp spielen für Jugendliche eine wichtige Rolle in ihrer Lebenswelt. Sie kommunizieren über diese mit Freundinnen und Freunden, schauen in ihnen Videos und machen sich gegenseitig auf verschiedenste Inhalte aufmerksam. Oftmals geht es dabei um Kombinationen aus Bild, Text und Audio (z. B. Fotos, Memes, GIFs, Videos). 

Jugendliches Medienhandeln wird auf diese Weise zunehmend auch zu Bildhandeln. Gleichzeitig werden die sozialen Netzwerkdienste in den letzten Jahren verstärkt von religiösen und politischen Akteurinnen und Akteuren genutzt, die über unterschiedliche Kanäle problematische und teilweise extremistische Inhalte verbreiten und versuchen, gezielt Jugendliche anzusprechen. 

Diese Inhalte sind in den meisten Fällen straf- und medienschutzrechtlich nicht relevant, obwohl sie Positionen vertreten, die dauerhaft nur schwer mit der demokratisch-freiheitlichen Ordnung zu vereinbaren sind.

An dieser Stelle setzt der Vortrag an. Er stellt Ergebnisse aus der Studie „Politisches Bildhandeln: Identitätsarbeit Jugendlicher in Sozialen Medien im Kontext politischer Kontroversen und islamistischer Ansprachen“ vor. 

Dabei setzt er vier Schwerpunkte: 

(a) eine knappe Einführung zum Wandel von Öffentlichkeit durch Soziale Medien und der Relevanz politischen Bildhandelns für Jugendliche; 

(b) Studienergebnisse zum Umgang Jugendlicher mit niederschwelligen islamistischen und islamfeindlichen Ansprachen; 

(c) Studienergebnisse zur politischen Partizipation Jugendlicher im Online-Diskurs; 

(d) ein Fazit zur Meinungsbildung Jugendlicher in einer sich wandelnden Öffentlichkeit.

Praxisforum

Jugendliche und islamitische Ansprachen in Sozialen Medien

Grenzbereiche der Meinungsbildung in post-migrantischen Gesellschaften

Im Praxisforum setzen wir uns anfänglich mit Beispielen für islamistische Ansprachen in Sozialen Medien auseinander. Wir erarbeiten in Bezug auf diese, welche Themen sie bedienen und inwieweit diese als problematisch angesehen werden können. 

Dabei werden wir uns auch damit beschäftigen, was wir unter demokratisch-freiheitlicher Ordnung verstehen und welche Position wir selbst im Diskurs sowie im Präventionsfeld vertreten. 

Abschließend wird – je nach Bedarf der Teilnehmenden – auf ausgewählte Projekte und Materialien der Islamismusprävention für verschiedene Präventionsbereiche verwiesen.