Der Kongress für Zukunftsgestalter – 11. und 12. November in Graz

Bollinger Daniel

Vita

Daniel Bollinger ist Leiter des Bereichs Kinder- und Jugendfragen beim Bundesamt für Sozialversicherungen. 

Zu diesem Bereich gehört u.a. die Nationale Plattform Jugend und Medien aber auch die Förderung von außerschulischen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sowie die Bundesansprechstelle für den Kinderschutz und die Kinderrechte.

www.kinderjugendpolitik.ch

Vortrag

Jugend und Medien ist die nationale Plattform des Bundesamtes für Sozialversicherungen zur Förderung von Medienkompetenzen. Sie verfolgt das Ziel, dass Kinder und Jugendlichen sicher und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umgehen.

Die Aktivitäten der Plattform erfolgen sowohl im regulierenden als auch im erzieherischen Kinder- und Jugendmedienschutz. Auf der regulierenden Ebene stehen die Entwicklungen in der nationalen und kantonalen Gesetzgebung im Fokus. Aktuell ist ein Bundesgesetz in Ausarbeitung, welche Alterskennzeichnungen und Abgabebeschränkungen für Filme und Videospiele schweizweit einheitlich regelt.

Im Bereich des erzieherischen Kinder- und Jugendmedienschutzes sind Eltern, Lehr- und Betreuungspersonen die wichtigsten Zielgruppen der Plattform. Sie sollen dabei unterstützt werden, im Medienalltag junger Menschen eine aktive Begleitfunktion wahrzunehmen. Zu diesem Zweck ist Jugend und Medien im Bereich der Information und Sensibilisierung aktiv, betreibt beispielsweise die Webseite www.jugendundmedien.ch, wo neben vielen zuverlässigen und aktuellen Informationen zum Thema auch Broschüren und Flyer kostenlos bezogen werden können. Zudem betreibt die Plattform Koordinations- und Vernetzungsarbeit, unterstützt im Feld aktive Organisationen und fördert den Wissensausbau.

Jugend und Medien definiert zudem jeweils mehrjährige Themen-Schwerpunkte. 

Aktuell ist dies neben «Narrative gegen Radikalisierung im Internet» das Thema der Prävention von sexualitätsbezogenen Internet-Risiken. Neben der Organisation von Anlässen zur Vernetzung von Akteuren und Organisationen, die in diesem Feld tätig sind, wurden drei Pilotprojekte finanziell gefördert. Sie fokussieren auf besonders vulnerable Zielgruppen, in zwei Fällen sind dies Eltern mit ungenügenden Sprachkenntnissen in den Landessprachen. Für sie gibt es wenig Informationsmaterial, zudem ist das Thema Sexualität oft schambesetzt. Sie sollen ermutigt werden, mit ihren Kindern altersgemäss zu sprechen. Dies mittels Unterstützungsmaterial in Einfacher Sprache oder durch die Ausbildung von Schlüsselpersonen aus den entsprechenden kulturellen Umfeldern, welche dann niederschwellig auf die Familien zugehen können.

Das dritte Projekt richtet sich an Fachpersonen, die in der Betreuung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit kognitiven Einschränkungen tätig sind. Das mangelnde Textverständnis ist hier ein besonderes Hindernis, weswegen mit humorvollen Illustrationen gearbeitet wird, um den jungen Menschen eine Vorstellung der Chancen und Risiken zu vermitteln, welche das Internet rund um die Sexualität bietet.