Der Österreichische Präventionskongress 2022

Anton Magometschnigg


Vita

Mag. Anton Magometschnigg

Studium der Pädagogik und Psychologie

Lebens- und Sozialberater, Mediator und Krisenmanager

Trainer für Deeskalation und Emotionsregulation

Langjähriger Leiter eines Kriseninterventionszentrums und einer sozialpädagogischen Jugendeinrichtung

Leiter der Kinder- und Jugendhilfe bei Jugend am Werk

Unternehmensberater (www.Komplexitätsmanager.at ) und Qualitätsentwickler(www.quality-care-consulting.com)

 

Vortrags- und Seminartätigkeit zu den Themen:

Kinder- und Jugendhilfe, Konfliktmanagement, Komplexität, Casemanagement, Krisenintervention, systemische Beratung.

Input

„Strategien gegen Gewalt in der Familie“
Opferschutzorientierte Täterarbeit im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe

In der konkreten Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe sind Betreuerinnen und Sozialarbeiterinnen mit psychischer und körperlicher Gewalt und Opfer-Täter-Dynamiken konfrontiert. Kinder sind dabei nicht nur Zuschauer und Mitbetroffene, sondern erleben (neben der gegen sie gerichteten Gewalt) auch Gewalt gegen die engsten Bezugspersonen als sehr bedrohend.

Strategien zu entwickeln, die Gewalt zu stoppen und aktiv an Schutz und Sicherheit in der Familie zu arbeiten ist daher schon lange ein zentrales Thema der Kinder und Jugendhilfe.

Nicht immer ist eine Trennung, eine Aufnahme im Frauenhaus oder eine Fremdunterbringung möglich oder das Mittel der Wahl.

Sowohl im Rahmen von Prävention als auch nach Wegweisungen und konkreten Gewalthandlungen sind daher auch Interventionen gefragt, die Opfer schützen und ermächtigen, die (potentielle) Gefährder in die Verantwortung bringen und Dynamiken unterbrechen.

Die Chance zur Veränderung – hinsichtlich Schutz und Sicherheit – ist dabei im Familienkontext vergleichsweise groß. Viele Eltern möchten ihre Kinder nicht verlieren und sind zu Verhaltensänderungen bereit, die behördliche Sozialarbeit kann mit Auflagen, Sicherheitsplänen und opferschutzorientierter Vernetzung breit gefächert Interventionen setzen.

Während andere Einrichtungen im Gewaltschutz häufig nur entweder mit Tätern oder mit dem Opfer arbeiten können und der Austausch von Informationen auch rechtlich schwierig ist, bestehen im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe durch die Möglichkeit – flexibel und passgenau – sowohl mit dem Gefährder als auch mit den Opfern, als auch mit der Gesamtfamilie zu arbeiten.

Im Vortrag möchte ich konkrete Handlungsfelder, Haltungen, Zugangsweisen und Interventionen vorstellen, die im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe Anwendung finden.

Zentral ist die Zusammenarbeit zwischen behördlicher Sozialarbeit, Gericht und Flexibler Hilfe, aber auch die Kooperation mit Netzwerkpartnern (Gewaltschutzzentrum, Männer- bzw. Frauenberatung u.a.) Dabei beleuchte ich Chancen, Risiken und aktuelle Herausforderungen.