Der Österreichische Präventionskongress

7. Österreichischer Präventions­kongress
Prävention und Qualität

Legende:
Allgemeines
Referat
Praxisforen
  1. Check-In
    7.30–9.00 Uhr

  2. Beginn
    9.00h – Steiermarkhof

  3. Eröffnung und Moderation


    Mit Know-How und dem richtigen Gespür für Menschen und Situationen ist Yvonne Sammer mittendrin, authentisch im Gespräch und souverän in ihrer Präsentation. Als kommunikativer Motor gewinnt sie geschickt die Aufmerksamkeit des Publikums und bringt das Wesentliche auf den Punkt!

    Yvonne Sammer
    Business- & Eventmoderatorin, Dipl. SAin, Mediatorin, Jugendcoach

  4. Geschichte Handicap


    Die Geschichte von der Prinzessin und den drei Raben, nach dem Märchen von Erich Lepenik und Waltraud Silldorff; gespielt von der Danzschule DANCE – alles außer Standard.

    Wohngemeinschaft Algersdorf
    Leben mit Handicap und ihre kreative Unterstützung beim Präventionskongress

  5. Grußworte


    Hermann Schützenhöfer
    Landeshauptmann der Steiermark

    Mag. Siegfried Nagl
    Bürgermeister der Landeshauptstadt Graz

    Erich Marks
    Geschäftsführer Deutscher Präventionstag

  6. Impuls


    Wirksamkeit und Qualität in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention: Ein Überblick zum Stand der Forschung
    In den letzten 25 Jahren sind bedeutsame Fortschritte im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsprävention zu verzeichnen. Im Vortrag wird zunächst eine Übersicht zum Stand der Präventionsforschung gegeben. Es werden unterschiedliche Präventionsansätze und bisherige Wirkungsbilanzen summarisch vorgestellt und bedeutsame wichtige Einflussfaktoren herausgearbeitet, die sich für eine erfolgreiche Gewalt- und Kriminalitäts­prävention als wichtig erwiesen haben.


    Prof. Dr. Andreas Beelmann | D
    ist Professor für Forschungssynthese, Intervention und Evaluation am Institut für Psychologie und Direktor des Zentrums für Rechts­extremismus­forschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

  7. 10:15 Uhr – Referat

    Game Over! Über Sucht bei digitalen Spielen
    Die zunehmende Etablierung digitaler Spiele als Freizeitbeschäftigung sehr vieler Kinder, Jugendlicher und Erwachsener stellt pädagogische und soziale Arbeitsfelder vor neue Herausforderungen und sorgt auch für Bedenken bei Erziehungsberechtigten. Kritische Aspekte wie Suchtpotential sowie potentiell problematische Finanzierungsmodelle und Glücksspielelemente in digitalen Spielen wollen auch in der pädagogischen Praxis bedacht und adäquat behandelt werden. Im Rahmen dieses Inputs wird beleuchtet, was die Faszination digitaler Spiele ausmacht, welche potentiellen Gefährdungsmomente dabei auftauchen und wie mit diesen umgegangen werden kann.


    Markus Meschik, MA | Ö
    Markus Meschik, MA ist Sozialpädagoge mit langjähriger Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe und leitet die Fachstelle für digitale Spiele "Enter" in Graz. Er ist Gutachter und Experte für die "Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen" des Bundeskanzleramtes. Im Rahmen seiner Dissertation erforscht er Medienerziehungsstrategien von Erziehungsberechtigten in Verbindung mit potentiellem Suchtverhalten.

  8. Pause
    11:00–11:30 Uhr
  9. 11:30 Uhr – Referat

    Phänomenologie der „Häuslichen Gewalt“: Risikoanalyse und Bedrohungsmanagement

    Häusliche Gewalt ist trotz interdisziplinärer und interinstitutioneller Bemühungen und gesellschaftlichen Veränderungen noch immer ein sehr aktuelles Thema. Die Formen Häuslicher Gewalt sind sehr vielfältig. Obwohl der Fokus meist auf die Gewalt gegen Frauen gerichtet ist, können Männer ebenso Opfer Häuslicher Gewalt werden. Genauso betroffen sind Kinder, entweder weil sie selbst Opfer körperlicher Gewalt oder Zeuge körperlicher Gewalt gegen andere Familienmitglieder werden.

    Häusliche Gewalt beschreibt ein kriminelles Phänomen, welches einen (sehr) schweren Angriff auf die seelische und körperliche Integrität der Opfer darstellt. Aufgrund der Beziehungsstrukturen zwischen Täter und Opfer bleiben die Gewalttaten oft von außen nicht erkennbar, so dass es eine vom Opfer besonders wahrgenommene Gefährdung und Mut erfordert, auf ihre Situation aufmerksam zu machen und Hilfe anzunehmen.

    Die wichtigste Grundlage zur Einschätzung der Gefahrensituation ist das Durchführen einer Risikoanalyse und die Bewertung der aktuellen Bedrohungslage für das/ die Opfer. Ziel des Vortrages ist, das Phänomen „Häusliche Gewalt“ und die Durchführung einer Gefahrenanalyse zur Vermeidung weiterer Viktimisierung der betroffenen Personen zu beschreiben.


    Dr.in Helga Ihm | D
    Kriminalpsychologin und Forensische Psychologin (Psychologische Gutachterin);
    Mitglied des Expertenteams des Zentrums für Kriminologie & Polizeiforschung (ZKPF/D);
    Anti-Sexuelle-Aggressivität-Trainerin (ASAT®);
    Staatlich anerkannte Jugend- und Heimerzieherin; Schwerpunkt Tätigkeit im Bereich der Notaufnahme nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG);
    langjährige Berufserfahrung im Umgang mit Gewalt- und Sexualtätern;
    Ehemalige stellvertretende Leiterin einer Sozialtherapeutischen Abteilung für Sexualstraftäter im Justizvollzug;
    Therapeutische und wissenschaftliche Arbeit mit Betrugsdelinquenten; Promotion über Betrugsdelinquente;
    Seit 2007 Polizeipsychologin, Schwerpunkt: Einsatz- und Ermittlungsunterstützung; Risikoanalysen und Bedrohungsmanagement im Bereich schwerer Gewaltkriminalität;
    Fachreferentin auf internationaler Ebene;
    Autorin und Herausgeberin von Fachpublikationen

  10. 12:15 Uhr – Referat

    „Speed kills”
    Die Geschwindigkeit mit der wir uns entwickeln fördert Burnout (Autoaggression) und Gewalttaten

    Die Geschwindigkeit mit der sich die Menschheit in der westlichen Welt in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens entwickelt, stellt eine enorme Herausforderung für jeden dar. Oft sind Menschen überfordert und daraus entwickelt sich Aggression. Nach innen gerichtet wird diese Aggression oft zum Burnout, nach außen gelebt ist diese Aggression oft die tiefere Ursache für Gewalt, Respektlosigkeit und Wut. ‚Speed kills‘, lautet eine Feststellung dazu.

    Die Herausforderungen stellen sich im biologischen, psychischen und sozialen Lebens-Bereich und werden deshalb an Hand des Bio-Psycho-Sozialen-Modells analysiert. Indem die Herausforderungen bewusst gemacht und in ihrer Ursache und Auswirkung erkannt werden, können die Belastungen die daraus entstehen anerkannt und mögliche Belastungsreaktionen als normale und gesunde Folgen bewertet werden. Wertschätzung für die Bewältigungsbemühungen einander entgegen zu bringen, ist ein erster Schritt zur Bewältigung. Was darüber hinaus als hilfreich erlebt wird und das Meistern der Herausforderungen unterstützt, wird vom Referenten an Hand von konkreten Beispielen aus unterschiedlichen Lebensbereichen vorgestellt.


    Dr. Peter Stippl | Ö
    1990 – 92 Theologischer Studiengang (Abschl. Missio Can.)
    1991 Absolvierung des Lehrgangs für „Mediation und Coaching”
    1994 Erwerb der Gewerbeberechtigung Unternehmensberatung
    1995 Erwerb der Berufsberechtigung als Psychotherapeut
    1998 Vorsitzender des burgenländischen Verbandes der Psychotherapeuten
    1998 Leiter des Arbeitskreises e-business der Wirtschaftskammer Wien
    seit 2001 freiberufliche Tätigkeit als Psycho-therapeut; Leiter der Notfalls-Psychologie (SVE) der Bgld. Feuerwehr und R.K.Bgld.
    2003/2004 Sprecher der Wirtschaftskammer Österreich für Mediation sowie Lehrmediator an mehreren Ausbildungsinstitutionen; eingetragener Mediator (Liste des Bundesministeriums für Justiz)
    2008 Graduierung zum Magister der Psychotherapiewissenschaft
    2008 Fachlicher Leiter und Mitbegründer der Krisenintervention Bgld
    2010 Dissertation zum Doktor der PT-Wissenschaft
    2013 Vizepräsident des ÖBVP und seit 2015 Präsident des ÖBVP; zahlreiche Fachpublikationen, 2 Feuerwehr Fachbücher (VDM Verlag), Auszeichnungen des Landes Bgld u.d. Feuerwehr, umfassende Vortrags- u. Lehrtätigkeit

  11. Mittagspause
    13:00-14:00 Uhr
  12. 14:00 Uhr – Referat

    Politische Bildung und Prävention im Themenfeld Islam – Islamismus – Islamfeindlichkeit. Prävention und Qualität

    Radikalisierungsprozessen und Anzeichen einer Radikalisierung sind heutzutage in aller Munde. Sie sind mittlerweile unausweichlich in jedem Diskurs, ob man über Schule, Politik, Sozialarbeit oder Religion spricht. Der Vortag wird sich mit den Ansätzen der Prävention beschäftigen um das Qualitätsmerkmal herauszuarbeiten.

    Dabei werden wir uns mit zwei Hauptfragen beschäftigen: 1. Welche Annahmen liegen Islamismusprävention zugrunde? 2. Welches Wissen produziert Islamismusprävention?


    Mag. Alioune Niang, BA | D
    Pädagogischer Mitarbeiter bei Ufuq.de im Projekt Protest, Provokation und Propaganda. Habe Rechtswissenschaften an der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar studiert, Geschichte und Romanistik an der Universität Bremen.

    Als pädagogischer Mitarbeiter im Verein Arbeit und Leben in Bremen beschäftigte ich mich in der politischen Erwachsenenbildung schwerpunktmäßig mit den Themen Afrika und Afrikabilder in Deutschland. Bin Vorstandsmitglied beim Afrika-Netzwerk Bremen und engagiere mich im Integrationspolitischen Dialog der Hansestadt. Parallel dazu habe ich in unterschiedlichen Institutionen als Referent zu den Themen Islam und Migration gearbeitet. War Vorstandsmitglied der SCHURA Bremen, dem Dachverband islamischer Organisationen in Bremen

  13. 14:45 Uhr – Referat

    „Was tun bei (Cyber)Mobbing – Dynamik eines Massenphänomens“

    Wer (Cyber)Mobbing verstehen möchte, muss über die Beziehung zwischen Tätern und Opfern hinausblicken und die Dynamik des komplexen, systemischen Konfliktgeschehens in Klassen und Gruppen in den Blick nehmen. Lehrkräfte, Erziehende und Schulsozialarbeiter/-innen sind oftmals unsicher im Umgang mit Mobbing.

    Tatsächlich besteht die Gefahr, dass Methoden, die sich bei Konflikten zwischen Einzelnen bewährt haben, bei Mobbing eine Eskalation der Gewalt bewirken. Denn Mobbing ist ein systemisches Phänomen, das nur mit Blick auf die gesamte Gruppe/ Klasse versteh- und bearbeitbar ist.


    Franz Hilt | D
    Franz Hilt leitet die Abt. Kinder- und Jugendschutz des AGJ-Fachverbandes in Freiburg. Er ist Dipl.-Sozialarbeiter, Familienberater, Mediator und Ausbilder für Mediation (BM) sowie Mitbegründer und Leiter des Präventions- und Fortbildungsprogramms Konflikt-KULTUR. Schwerpunkte seiner Vortrags- und Fortbildungstätigkeit sowie seiner Veröffentlichungen sind: Sozialtraining, Klassenführung, Mediation/Tat-Ausgleich und Systemische Mobbingintervention.

  14. 15:30 Uhr – Referat

    Gesichter häuslicher Gewalt: Im Korsett von Kultur und Tradition

    In diesem Vortrag werden wir einen Exkurs über die verschiedenen Fragestellungen machen und aufzeigen, dass häusliche Gewalt aus dem kulturellem Aspekt betrachtet mehr ist als nur Eifersucht oder/und das Durchsetzen von Gehorsam.

    Um kulturell-motivierte Gewalt im häuslichen Milieu im gesamten Kontext zu verstehen muss vorausgehend die Begrifflichkeit der Kultur verständlich gemacht werden. Kultur als Ergebnis menschlichen Handelns umfasst die Ethik, Religion, Sozialisation Milieu etc. und wiederspiegelt die Lebenswelt mit den zugehörigen Verhaltensweisen.

    Aus fachlicher Perspektive geht es darum, die verschiedenen kulturellen Prämissen einzuordnen und zu begreifen. Nur so wird es möglich sein ein gesamtes Bild der vorherrschenden Situation und Gewalt zu erfassen Hierbei müssen Fragen gestellt werden wie; Welche Einflüssen der Kultur sind prägend? Wie wird Ehre und Stolz verstanden? Welche Bedeutung hat Beziehung und Ehe? Welche Rolle hat das Individuum gegenüber der Gemeinschaft? Wie ist diese Gemeinschaft vernetzt und entsprechend unter welchem Einfluss steht sie? Ist der ausübende Täter auch wirklich der Entscheidungsträger?


    Bettina Riederer, MA, BA
    Kriminologin (M.A. Criminology and international Justice), Sozialarbeiterin (B.A.), Supervisorin und Coach, Berufserfahrung in der Schweiz im Rahmen gesetzlichen Sozialarbeit Straf- und Justizvollzug sowie Vormundschaften, Kindes- und Erwachsenenschutz, mehrjährige Berufserfahrung in Opfer- und Täterarbeit. ZKPF-Expertin (D) mit den Schwerpunkten kulturell motivierte Gewalt, Gewalt im Namen der Ehre sowie generelle Gewalt gegen Frauen und deren Viktimisierung. Fachreferentin

  15. Praxisforen
    16:30–18:30 Uhr
  16. Praxisforum 1

    Continue? - Vertiefung zu Suchtverhalten bei digitalen Spielen

    Eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem lebensweltnahen und aktuellen Thema der Sucht bei digitalen Spielen steht im Mittelpunkt dieses Workshops. Hierbei werden Spielmechaniken und die dahinterliegenden Funktionsweisen analysiert und kritische Aspekte wie Glücksspielelemente oder das „Free-to-play” Geschäftsmodell näher erläutert.

    Darauf basierend werden Strategien erarbeitet, wie mit dem Phänomen der Computerspielsucht fachlich sinnvoll und nachhaltig umgegangen werden kann. Ziele sind dabei ein Kennenlernen praxisrelevanter Computerspiele, das Verstehen dahinterliegender Finanzierungssysteme und das Erarbeiten konkreter Handlungsstrategien für die pädagogische Praxis.


    Markus Meschik, MA | Ö

    Markus Meschik, MA ist Sozialpädagoge mit langjähriger Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe und leitet die Fachstelle für digitale Spiele „Enter” in Graz. Er ist Gutachter und Experte für die „Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen” des Bundeskanzleramtes. Im Rahmen seiner Dissertation erforscht er Medienerziehungsstrategien von Erziehungsberechtigten in Verbindung mit potentiellem Suchtverhalten.

  17. Praxisforum 2

    Von der Risikoanalyse hin zum Aufbau eines Bedrohungsmanagements im Bereich „Häuslicher Gewalt

    Bei Bekanntwerden von „Häuslicher Gewalt“ im professionellen Kontext ergeben sich unterschiedliche Hilfsangebote für alle beteiligten Personen. Zum Aufbau eines optimalen Hilfeplans für die beteiligten Personen sollte vorab eine Risikoanalyse durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um einen Prozess, bei welchem Praktiker/ Professionelle Mitarbeiter entscheiden, wie ein Risiko für Gewalttätigkeit ausgelöst oder akut werden könnte. Dazu werden die relevanten Risikofaktoren identifiziert und in ihrem Zusammenspiel bewertet.

    Ziel im Praxisforum ist es, die Bedeutung des Risikoanalyse und des Risikomanagements in Fällen Häuslicher Gewalt herauszuarbeiten und Fragen wie:

    – Welcher Gefahr ist das/ sind die Opfer innerhalb enger sozialer Beziehungsstrukturen ausgesetzt? Welcher Art sind die Straftaten und welchen Schweregrad haben sie?

    – Worin besteht bei dem Täter die in den Taten zutage getretene Gefährlichkeit?

    – Mit welchen Maßnahmen lassen sich zukünftige schwere Taten verhüten?

    – Welche Umstände können das Risiko von Straftaten steigern?

    zu beantworten.

    Eine fundierte Risikoanalyse erlaubt das Erstellen eines individuellen Plans zum Bedrohungsmanagement mit dem Ziel, weiterer Viktimisierung vorzubeugen.


    Dr.in Helga Ihm | D

    Kriminalpsychologin und Forensische Psychologin (Psychologische Gutachterin)

    Mitglied des Expertenteams des Zentrums für Kriminologie & Polizeiforschung (ZKPF/D)

    Anti-Sexuelle-Aggressivität-Trainerin (ASAT®)

    Staatlich anerkannte Jugend- und Heimerzieherin; Schwerpunkt Tätigkeit im Bereich der Notaufnahme nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)

    langjährige Berufserfahrung im Umgang mit Gewalt- und Sexualtätern

    Ehemalige stellvertretende Leiterin einer Sozialtherapeutischen Abteilung für Sexualstraftäter im Justizvollzug

    Therapeutische und wissenschaftliche Arbeit mit Betrugsdelinquenten; Promotion über Betrugsdelinquente

    Seit 2007 Polizeipsychologin, Schwerpunkt: Einsatz- und Ermittlungsunterstützung; Risikoanalysen und Bedrohungsmanagement im Bereich schwerer Gewaltkriminalität

    Fachreferentin auf internationaler Ebene

    Autorin und Herausgeberin von Fachpublikationen

  18. Praxisforum 3

    „Speed kills”

    Die im gleichnamigen Vortrag am Vormittag angesprochenen Hilfen zum Meistern der Herausforderungen, werden vom Referenten in Form von Übungen vorgestellt, Beispiele aus der Tätigkeit des Referenten machen die Übungen konkret vorstellbar und regen zu deren Einsatz an.

    Dabei werden Anwendungsbeispiele für Gruppen ebenso wie für Einzelpersonen besprochen. Besonders willkommen sind Beispiele aus der Tätigkeit der TeilnehmerInnen zu Burnout ebenso, wie zu oft unerklärlichen Aggressionshandlungen, mit denen wir fallweise konfrontiert sind.

    Der Schwerpunkt im Praxisforum ist die Bereicherung der Erfahrung der TeilnehmerInnen mit praktikablen Hilfen zur Bewältigung dieser Herausforderungen im Berufsalltag ebenso wie im Ehrenamt.


    Dr. Peter Stippl | Ö

    1990 – 92 Theologischer Studiengang (Abschl. Missio Can.)
    1991 Absolvierung des Lehrgangs für „Mediation und Coaching”
    1994 Erwerb der Gewerbeberechtigung Unternehmensberatung
    1995 Erwerb der Berufsberechtigung als Psychotherapeut
    1998 Vorsitzender des burgenländischen Verbandes der Psychotherapeuten
    1998 Leiter des Arbeitskreises e-business der Wirtschaftskammer Wien
    seit 2001 freiberufliche Tätigkeit als Psycho-therapeut; Leiter der Notfalls-Psychologie (SVE) der Bgld. Feuerwehr und R.K.Bgld.
    2003/2004 Sprecher der Wirtschaftskammer Österreich für Mediation sowie Lehrmediator an mehreren Ausbildungsinstitutionen; eingetragener Mediator (Liste des Bundesministeriums für Justiz)
    2008 Graduierung zum Magister der Psychotherapiewissenschaft
    2008 Fachlicher Leiter und Mitbegründer der Krisenintervention Bgld
    2010 Dissertation zum Doktor der PT-Wissenschaft
    2013 Vizepräsident des ÖBVP und seit 2015 Präsident des ÖBVP; zahlreiche Fachpublikationen, 2 Feuerwehr Fachbücher (VDM Verlag), Auszeichnungen des Landes Bgld u.d. Feuerwehr, umfassende Vortrags- u. Lehrtätigkeit

  19. Praxisforum 4

    Protest, Provokation oder Propaganda. Zum Umgang mit Fragen von Religiosität, Identität und Radikalität in der pädagogischen Praxis mit Jugendlichen

    Religiös-extremistische Angebote spielen im öffentlichen Raum eine zunehmende Rolle. Sie knüpfen an Interessen, Lebenssituationen und Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an und versprechen mit einfachen und zugleich rigide Antworten Halt, Orientierung und Gemeinschaft.

    Diese Angebote sind gerade in Phasen persönlicher Krisen und Umbrüche attraktiv – und damit auch für SchülerInnen und Jugendliche ein wichtiges Thema. In diesem Praxisforum werden zum einen Hintergrundinformationen zu den Ursachen von Radikalisierungsprozessen sowie Ansätze der Prävention im Vorfeld von Radikalisierungen vermittelt. Zum anderen geht es darum, demokratie- und freiheitsfeindliche Denk- und Verhaltensweisen zu erkennen und in der pädagogischen Arbeit zu begegnen.

    Folgende Aspekte werden dabei behandelt:
    Forschungstand zu Hintergründen und Verläufen von Radikalisierungsprozessen
    Identitätsbildungsprozesse und Ausprägungen muslimischer Religiosität
    Ansprachen von salafistischen Akteuren / Anzeichen von Radikalisierungen
    Ansätze der Prävention und politischen Bildung


    Mag. Alioune Niang, BA | D

    Pädagogischer Mitarbeiter bei Ufuq.de im Projekt Protest, Provokation und Propaganda. Habe Rechtswissenschaften an der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar studiert, Geschichte und Romanistik an der Universität Bremen. Als pädagogischer Mitarbeiter im Verein Arbeit und Leben in Bremen beschäftigte ich mich in der politischen Erwachsenenbildung schwerpunktmäßig mit den Themen Afrika und Afrikabilder in Deutschland. Bin Vorstandsmitglied beim Afrika-Netzwerk Bremen und engagiere mich im Integrationspolitischen Dialog der Hansestadt. Parallel dazu habe ich in unterschiedlichen Institutionen als Referent zu den Themen Islam und Migration gearbeitet. War Vorstandsmitglied der SCHURA Bremen, dem Dachverband islamischer Organisationen in Bremen

  20. Praxisforum 5

    „Systemische Mobbingintervention – Fallstricke und Interventionsansatz“

    Die Struktur der Systemischen Mobbingintervention antwortet exakt auf die Kernpunkte der (Cyber)Mobbing-Dynamik: Dissozialer Werterahmen, fehlende Unterstützung, mangelnde Fähigkeit, sich zu wehren sowie Gewaltrechtfertigung. Die emotional berührende Intervention wurde vielfach umgesetzt und erfolgreich evaluiert. Einzelne Teilschritte der Intervention werden im Workshop praxisnah vorgestellt und ihre Hintergründe erläutert.


    Franz Hilt | D

    Franz Hilt leitet die Abt. Kinder- und Jugendschutz des AGJ-Fachverbandes in Freiburg. Er ist Dipl.-Sozialarbeiter, Familienberater, Mediator und Ausbilder für Mediation (BM) sowie Mitbegründer und Leiter des Präventions- und Fortbildungsprogramms Konflikt-KULTUR. Schwerpunkte seiner Vortrags- und Fortbildungstätigkeit sowie seiner Veröffentlichungen sind: Sozialtraining, Klassenführung, Mediation/Tat-Ausgleich und Systemische Mobbingintervention.

  21. Praxisforum 6

    Prävention und Schutz bei kulturell-motivierter häuslicher Gewalt

    In diesem Forum wollen wir uns über die Möglichkeiten und auch Grenzen von Prävention bei häuslicher Gewalt im kulturellen Kontext austauschen. Hierbei werden wir die verschiedenen Voraussetzungen für Prävention und Schutz für die Opfer unterschiedliche Dimensionen darstellen und die möglichen Maßnahmen erörtern. Unumstritten ist, dass die Voraussetzungen für Opfer kulturell-motivierter Gewalt und Opfer von Gewalt im Namen der Ehre in westlichen Ländern besser sind. Dennoch steigt die Zahl der Opfer im westlichen Europa laufend an. Somit muss die Frage aufgeworfen werden, in wie fern die Präventions- und Schutzangebote greifen. Oder auch, wie das Angebot ausgeweitet und spezifisch angepasst werden sollte.

    Anhand praktischer Beispiele sowie anhand Datenerhebungen wollen wir uns vertiefter mit der Thematik von kulturell motivierter häuslicher Gewalt auseinandersetzten und erweitert der Fragestellung von Prävention und Schutz nachgehen.


    Bettina Riederer, MA, BA

    Kriminologin (M.A. Criminology and international Justice), Sozialarbeiterin (B.A.), Supervisorin und Coach, Berufserfahrung in der Schweiz im Rahmen gesetzlichen Sozialarbeit Straf- und Justizvollzug sowie Vormundschaften, Kindes- und Erwachsenenschutz, mehrjährige Berufserfahrung in Opfer- und Täterarbeit. ZKPF-Expertin (D) mit den Schwerpunkten kulturell motivierte Gewalt, Gewalt im Namen der Ehre sowie generelle Gewalt gegen Frauen und deren Viktimisierung. Fachreferentin

  22. Verleihung des Österreichischen Präventionspreises | Empfang
    19:00 – 22:00 Uhr

 

  1. Check-In
    7.30–9.00 Uhr
  2. Beginn
    9.00h – Steiermarkhof
  3. 9:00 Uhr – Referat

    Radikalisierung als Entlastung?
    Erklärungsansätze und erfolgversprechende Handlungsstrategien aus Sicht der psychoanalytischen Pädagogik

    In der pädagogischen Praxis bekommen die Themen Deradikalisierung, Radikalisierung und Extremismus derzeit zunehmend mehr die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Es lässt sich beobachten, dass sich die meisten Klient(inn)en mit demokratiefeindlichen Einstellungen, unabhängig davon welcher Ideologie sie sich angeschlossen haben, hinsichtlich der Einschränkungen der Selbst- und Beziehungsregulationsfunktionen die sie aufweisen, sehr ähneln. Einige pädagogische Programme arbeiten deshalb sehr erfolgreich auf die gleiche Weise mit gewaltbereiten salafistischen, rechtsradikalen oder linksradikalen jungen Menschen und versuchen hierbei eine Nachreifung der defizitären innerpsychischen und interpersonellen Kompetenzen anzuregen.

    Der Vortrag wird einen Erklärungsansatz aus Sicht der psychoanalytischen Pädagogik vorstellen, skizzieren, wie ungünstige frühe Erfahrungen zu Defiziten in ausgewählten Selbst- und Beziehungsregulationsfunktionen führen können, darstellen wie diese sich im aktuellen sozialen Alltag zeigen und deutlich machen, warum radikale oder extremistische Gruppen ein probates Mittel zur Entlastung der Spannung darstellen, die durch solche Einschränkungen entsteht.


    Prof.in Dr.in Rebecca Friedmann, Dipom-Sozialpädagogin | D
    Von 1999 bis 2004 tätig im Bereich Hilfen zur Erziehung. Seit 2003 in der Leitung der Denkzeit-Gesellschaft e.V., zuständig für Projektentwicklung, wissenschaftliche Begleitung und Geschäftsführung. 2004 bis 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin an verschiedenen Universitäten (u.a. International Psychoanalytic University, Freie Universität Berlin) und zwischen 2008 und 2017 Lehrbeauftrage an verschiedenen Hochschulen (u.a. Freie Universität Berlin, Alice Salomon-Hochschule Berlin). 2012 Abschluss der Ausbildung in psychoanalytisch-interaktioneller Einzeltherapie. 2015 Promotion zum Thema „Praxisrelevante Differenzierung der Handlungsmotive von Gewalttätern“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2017 Professur für Theorie und Praxis der Sozialpädagogik im Department Pädagogik und Soziales an der Medical School Berlin.

  4. 9:45 Uhr – Referat

    „Pädagogik braucht Persönlichkeit – Qualitätsmerkmale schulischer Konflikt-KULTUR”
    Wer in Schulen mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, gibt sich häufig bestimmten Illusionen hin. Es sind in der Regel wohlgemeinte pädagogische Vorstellungen, die mit der Realität in Konflikt geraten und den Alltag und die Beziehung zwischen allen Beteiligten belasten.

    Franz Hilt arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Lehrkräften, Sozialarbeitern/-innen und anderen Erziehenden in allen Schularten und leistet mit seinem beispielreichen Vortrag einen Beitrag zur „positiven Enttäuschungsarbeit”.


    Franz Hilt | D
    Franz Hilt leitet die Abt. Kinder- und Jugendschutz des AGJ-Fachverbandes in Freiburg. Er ist Dipl.-Sozialarbeiter, Familienberater, Mediator und Ausbilder für Mediation (BM) sowie Mitbegründer und Leiter des Präventions- und Fortbildungsprogramms Konflikt-KULTUR. Schwerpunkte seiner Vortrags- und Fortbildungstätigkeit sowie seiner Veröffentlichungen sind: Sozialtraining, Klassenführung, Mediation/Tat-Ausgleich und Systemische Mobbingintervention.

  5. Pause
    10:30-11:00 Uhr
  6. 11:00 Uhr – Referat

    Warum braucht Netzwerk- und Kooperationsmanagement Qualität?
    Warum ist Qualität als Erfolgsfaktor so wichtig?

    Netzwerke und Kooperationen in der Prävention sind en Vogue. Und das hat folgende Gründe:
    – Prävention ist ein komplexer Problemlösungsprozess, der nur in Kooperation unterschiedlicher Akteure zum Ziel geführt werden kann.
    – Idealerweise kann jeder Netzwerkpartner zur Problemlösung beitragen und erzielt durch seinen Problemlösungsbeitrag einen Gewinn, der seine Beitragskosten übersteigt.
    – Netzwerke strukturieren auch lagerübergreifend eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure und partieller Interessen von Amnesty International bis zum Verfassungsschutz.
    – In der Prävention gibt es eine unüberschaubare Zahl innovativer Ansätze, für die sich einzelne engagierte Personen und Organisationen einsetzen und daran scheitern, dass es gerade für ihre Idee keine Konjunktur, kein Geld oder keine koordinierende Kraft gibt.
    – Durch strategische Vernetzung unterschiedlicher Akteure kann der Zugang insbesondere zu „schwer erreichbaren“ Zielgruppen organisiert werden.


    Martina Helmcke | D
    Martina Helmcke ist Dipl. Sozialpädagogin (FH) und Dipl. Sozialwissenschaftlerin. Sie ist seit 18 Jahren im Netzwerk- und Projektmanagement tätig und unterstützt seit 2007 als DIE HELMCKE Individuen, Organisationen, Netzwerke und Kooperationen im In- und Ausland bei der Erreichung ihrer Vernetzungs- und Kooperationsziele durch Beratung, Moderation und Qualifizierung.

    Zu Ihren Referenzen zählen Dr. h.c. August Oetker, die Bertelsmann Stiftung, die Universität Göttingen, das BMAS, die Thüringer Sozialministerin Heike Werner, der Landes-präventionsrat Niedersachen und viele mehr. Mehr Infos unter www.die-helmcke.de und im Handbuch „Netzwerk- und Kooperations-management – Ein methodischer Ansatz für Integration, Inklusion und Prävention“ von 10/2017"

  7. 11:45 Uhr – Referat

    Warum braucht es solche spezifischen Angebote?
    Seit 1998 bietet LIMES in Wien ambulante Behandlungen für männliche Jugendliche und junge Erwachsene an, die mit ihrer Sexualität anderen Leid zugefügt haben. Im Vortrag soll das Behandlungsprogramm vorgestellt werden: es soll auf 20 Jahre Erfahrung in der therapeutischen Arbeit im Zwangskontext, aber auch auf Grenzen dieser Hilfestellung eingegangen werden.

    Zugänge zu den und Unterschiedlichkeiten sowie Gemeinsamkeiten der zugewiesenen Jungen werden erläutert. Und es soll – entsprechend dem heurigen Thema „Prävention und Qualität“ – auf die Erfordernisse eingegangen werden, die diese Arbeit ausmachen und darauf, warum es solche spezifischen Angebote braucht.


    Mag. Peter Wanke | Ö
    Sozialpädagoge, Psychotherapeut (Sozial- und systemische Familientherapie) und Supervisor
    Studium der Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud Universität

    Mitbegründer & Leiter des Vereines LIMES – ambulante Behandlung für jugendliche Sexualstraftäter; seit 1992 in freier Praxis tätig; von 1981 bis 2016 auch bei der Stadt Wien beschäftigt: zuerst im stationären Bereich, dann in einer sozialpädagogischen Beratungsstelle und von 1998 bis 2016 in der Kinder- und Jugendanwaltschaft.

    Publikationen:
    – 1992 gemeinsam mit Maria Tripammer Herausgabe des Buches „sexuelle Gewalt an Kindern“;
    – sowie andere Publikationen und Veröffentlichung von Fachartikel;
    – zuletzt in Klees/Kettritz „Sexualisierte Gewalt durch Geschwister

    Kontakt: peter.wanke@vereinlimes.at | Website: www.vereinlimes.at

  8. Mittagspause
    12:30-13:30 Uhr
  9. 13:30 Uhr – Referat

    Gute Praxis? Schlechte Praxis?
    Wie sich Spreu und Weizen in der pädagogischen Prävention (nicht) trennen lassen.

    In Deutschland gibt es mittlerweile umfangreiche Förderprogramme, in denen Angebote gefördert werden, die der pädagogischen Prävention von politischem Extremismus dienen. Im Einzelnen wenden sie sich gegen Rechtsextremismus, gewaltorientierten Islamismus und linke Militanz. Zu beobachten ist derzeit, dass die geförderten Angebote unter stärkeren Legitimationsdruck geraten und die Frage aufgeworfen wird, wie gute Praxis gestärkt und schlechte Praxis verbessert werden kann.

    Grundsätzlich können die Kriterien für gute Projektpraxis auf verschiedenen Ebenen liegen. Betrachtet werden v.a. die Ebene von Ergebnissen und die Ebene von Prozessen. Im Vortrag soll es v.a. um die Ergebnisebene gehen. Gute Praxis in diesem Sinne ist die, die im erwünschten präventiven Sinne wirkt. Im Vortrag werden wir auf methodische Schwierigkeiten eingehen, pädagogische Wirkungen überhaupt angemessen zu erfassen, aber auch Möglichkeiten benennen, dies zu tun. Ebenso werden wir über Fallstricke berichten, die entstehen, wenn Praxis allein anhand ihrer Wirkungen beurteilt wird. Außerdem werden wir Ergebnisse einer wirkungsbezogenen Studie vorstellen.


    Katja Schau, M.A. Soziologie
    hat von 2000 bis 2008 Soziologie, Geschichte Religionswissenschaften an der Universität Leipzig studiert. Sie ist seit 2010 als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in Halle (Saale) tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Evaluation von pädagogischen Präventionsprojekten gegen demokratiefeindlichen und gewaltorientierten Islamismus. Dabei beschäftigt sie sich aktuell vor allem mit den Wirkungszuschreibungen seitens der Adressatinnen und Adressaten.

    Dr. Frank Greuel, Dipl.-Pädagoge,
    hat von 1996 bis 2002 Erziehungswissenschaften an der Universität Erfurt studiert. Er promovierte von 2003 bis 2009 über „Ethnozentrismus bei Aussiedlerjugendlichen“ und ist seit 2009 wissenschaftlicher Referent am Deutschen Jugendinstitut e.V. in Halle (Saale). Sein Arbeitsgebiet umfasst die wissenschaftliche Begleitforschung zur pädagogischen Prävention von Rechtsextremismus und Radikalisierung.

  10. 14:15 Uhr – Referat

    Neue Medien – neue Süchte?

    Im Juni 2018 fand die Gaming Disorder Eingang in die International Classification of Diseases (ICD-11), den Diagnosekatalog der WHO. Man kann also von Computerspielen abhängig werden. Kann man sich möglicherweise auch suchtartig in sozialen Netzwerken bewegen?

    Im Vortrag soll das neue Störungsbild der Gaming Disorder genauer beschrieben und von anderen möglichen pathologischen Nutzungsformen digitaler Medien (z.B. Soziale Medien, Internetpornografie, Glücksspiel) abgegrenzt werden. Dabei sollen auch Erkenntnisse zur Verbreitung, zu möglichen komorbiden Erkrankungen sowie zu Risikofaktoren der pathologischen Mediennutzung vorgestellt werden. Folgerungen für die Praxis werden abgeleitet.


    Prof. Dr. Thomas Mößle | D
    Prof. Dr. Thomas Mößle, Diplompsychologe, Professor für Kriminologie und Soziologie an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg.

    Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Medienwirkung, Computerspielsucht sowie Prävention und Evaluation.

  11. Pause
    15:00-15:15 Uhr
  12. Praxisforen
    15:15–17:15 Uhr
  13. Praxisforum 7

    Radikalisierung als Entlastung?
    Erklärungsansätze und erfolgversprechende Handlungsstrategien aus Sicht der psychoanalytischen Pädagogik

    In der pädagogischen Praxis bekommen die Themen Deradikalisierung, Radikalisierung und Extremismus derzeit zunehmend mehr die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Es lässt sich beobachten, dass sich die meisten Klient(inn)en mit demokratiefeindlichen Einstellungen, unabhängig davon welcher Ideologie sie sich angeschlossen haben, hinsichtlich der Einschränkungen der Selbst- und Beziehungsregulationsfunktionen die sie aufweisen, sehr ähneln. Einige pädagogische Programme arbeiten deshalb sehr erfolgreich auf die gleiche Weise mit gewaltbereiten salafistischen, rechtsradikalen oder linksradikalen jungen Menschen und versuchen hierbei eine Nachreifung der defizitären innerpsychischen und interpersonellen Kompetenzen anzuregen.

    Der Anschluss an die radikale oder extremistische Gruppe könnte als Versuch verstanden werden, soziale und innerpsychische Spannungszustände zu reduzieren.

    Im Praxisforum wird der Fokus auf dazu passenden pädagogischen Handlungsansätzen liegen, die in Deutschland bereits erfolgreich eingesetzt werden. Hierzu werden konkrete Übungen aus dem manualisierten Blickwechsel-Training der Denkzeit-Gesellschaft e.V. zur Diskussion gestellt, einem pädagogischen Einzeltraining, das auf der Basis der psychoanalytisch-interaktionellen Einzeltherapie entwickelt wurde.


    Prof.in Dr.in Rebecca Friedmann, Diplom-Sozialpädagogin | D

    Von 1999 bis 2004 tätig im Bereich Hilfen zur Erziehung. Seit 2003 in der Leitung der Denkzeit-Gesellschaft e.V., zuständig für Projektentwicklung, wissenschaftliche Begleitung und Geschäftsführung. 2004 bis 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin an verschiedenen Universitäten (u.a. International Psychoanalytic University, Freie Universität Berlin) und zwischen 2008 und 2017 Lehrbeauftrage an verschiedenen Hochschulen (u.a. Freie Universität Berlin, Alice Salomon-Hochschule Berlin). 2012 Abschluss der Ausbildung in psychoanalytisch-interaktioneller Einzeltherapie. 2015 Promotion zum Thema „Praxisrelevante Differenzierung der Handlungsmotive von Gewalttätern“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2017 Professur für Theorie und Praxis der Sozialpädagogik im Department Pädagogik und Soziales an der Medical School Berlin.

  14. Praxisforum 8

    „Intervention und Prävention bei (Cyber)Mobbing – Der Fall Nele“

    Nele hat ihrem Freund intime Fotos geschickt, die dieser nach dem Scheitern der Beziehung im Klassenchat veröffentlicht.

    Wie gelingt es, die bestehende Eskalationsgefahr einzudämmen und Schritt für Schritt unter Einbeziehung aller Beteiligten an einer Lösung zu arbeiten?

    Den Ausgang hat niemand in der Hand, doch am Beispiel des realen Konfliktgeschehens werden Fallstricke und Lösungsprinzipien deutlich, die übertragbar sind."


    Franz Hilt | D

    Franz Hilt leitet die Abt. Kinder- und Jugendschutz des AGJ-Fachverbandes in Freiburg.

    Er ist Dipl.-Sozialarbeiter, Familienberater, Mediator und Ausbilder für Mediation (BM) sowie Mitbegründer und Leiter des Präventions- und Fortbildungsprogramms Konflikt-KULTUR.

    Schwerpunkte seiner Vortrags- und Fortbildungstätigkeit sowie seiner Veröffentlichungen sind: Sozialtraining, Klassenführung, Mediation/Tat-Ausgleich und Systemische Mobbingintervention.

  15. Praxisforum 9

    „Warum braucht Netzwerk- und Kooperationsmanagement Qualität?”

    Warum ist Qualität als Erfolgsfaktor so wichtig? Die Qualität von Netzwerk- und Kooperationsmanagement ist nicht so ausgeprägt, wie sie sein könnte. Die Qualität des Netzwerk- oder Kooperationsmanagements hat Einfluss darauf, wie gut das Netzwerk oder die Kooperation die strategischen Ziele erreicht.

    Netzwerke und Kooperationen haben besondere Eigenheiten und folgen anderen Gesetzmäßigkeiten als Projekte. Infolgedessen stellen sie auch spezifische Anforderungen an ihr Management. Dabei lässt sich das Management von Vernetzung und von konkreten Kooperationen unterscheiden.

    Es gibt ein nachvollziehbares Set an Kriterien für die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität von Netzwerk- und Kooperationsmanagement. Die Qualität von Vernetzung und Kooperation lässt sich alltagstauglich messen. Die Evaluation von Vernetzungs- und Kooperationszielen unterstützt Netzwerk- und Kooperationsverantwortliche dabei, das Engagement einer Vielzahl von Personen und Organisationen so zu koordinieren, dass sie die Eigeninitiative nicht zerstören, Doppelstrukturen und -kosten vermeiden und Qualität sichern.


    Martina Helmcke | D

    Martina Helmcke ist Dipl. Sozialpädagogin (FH) und Dipl. Sozialwissenschaftlerin.

    Sie ist seit 18 Jahren im Netzwerk- und Projektmanagement tätig und unterstützt seit 2007 als DIE HELMCKE Individuen, Organisationen, Netzwerke und Kooperationen im In- und Ausland bei der Erreichung ihrer Vernetzungs- und Kooperationsziele durch Beratung, Moderation und Qualifizierung.

    Zu Ihren Referenzen zählen Dr. h.c. August Oetker, die Bertelsmann Stiftung, die Universität Göttingen, das BMAS, die Thüringer Sozialministerin Heike Werner, der Landes-präventionsrat Niedersachen und viele mehr.

    Mehr Infos unter www.die-helmcke.de und im Handbuch „Netzwerk- und Kooperations-management – Ein methodischer Ansatz für Integration, Inklusion und Prävention“ von 10/2017

  16. Praxisforum 10

    Warum braucht es solche spezifischen Angebote?

    Im Vertiefend zum Vortrag wird im Praxisforum auf Besonderheiten des LIMES-Arbeitsansatzes, wie Zwangskontext, Psychotherapie versus Behandlung, Unterschied von jugendlichen zu erwachsenen Sexualstraftätern und mehr eingegangen.

    Auch soll Zeit für Fragen sein, die sich aus dem Vortrag oder aufgrund des beruflichen Kontextes ergeben.


    Mag. Peter Wanke | Ö

    Sozialpädagoge, Psychotherapeut (Sozial- und systemische Familientherapie) und Supervisor
    Studium der Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud Universität

    Mitbegründer & Leiter des Vereines LIMES – ambulante Behandlung für jugendliche Sexualstraftäter; seit 1992 in freier Praxis tätig; von 1981 bis 2016 auch bei der Stadt Wien beschäftigt: zuerst im stationären Bereich, dann in einer sozialpädagogischen Beratungsstelle und von 1998 bis 2016 in der Kinder- und Jugendanwaltschaft.

    Publikationen:
    – 1992 gemeinsam mit Maria Tripammer Herausgabe des Buches „sexuelle Gewalt an Kindern“;
    – sowie andere Publikationen und Veröffentlichung von Fachartikel;
    – zuletzt in Klees/Kettritz „Sexualisierte Gewalt durch Geschwister“

    Kontakt: peter.wanke@vereinlimes.at | Homepage: www.vereinlimes.at

  17. Praxisforum 11

    Gute Praxis? Schlechte Praxis?
    Wie sich Spreu und Weizen in der pädagogischen Prävention (nicht) trennen lassen.

    In Deutschland gibt es mittlerweile umfangreiche Förderprogramme, in denen Angebote gefördert werden, die der pädagogischen Prävention von politischem Extremismus dienen. Im Einzelnen wenden sie sich gegen Rechtsextremismus, gewaltorientierten Islamismus und linke Militanz. Zu beobachten ist derzeit, dass die geförderten Angebote unter stärkeren Legitimationsdruck geraten und die Frage aufgeworfen wird, wie gute Praxis gestärkt und schlechte Praxis verbessert werden kann.

    Grundsätzlich können die Kriterien für gute Projektpraxis auf verschiedenen Ebenen liegen. Betrachtet werden v.a. die Ebene von Ergebnissen und die Ebene von Prozessen. Im Vortrag soll es v.a. um die Ergebnisebene gehen. Gute Praxis in diesem Sinne ist die, die im erwünschten präventiven Sinne wirkt.

    Im Praxisforum soll hingegen die Prozessebene im Mittelpunkt stehen: Gute Praxis ist in dieser Hinsicht v.a. die, die pädagogischen Prinzipien (z.B. in Hinblick auf Beteiligungsorientierung der Zielgruppen) folgt. Im Praxisforum werden wir die von uns angelegten Maßstäbe an gute Praxis an Fallbeispielen erläutern und zur Diskussion stellen. Ebenso wird gemeinsam diskutiert, in welchem Spannungsverhältnis „gute“ Wirkungen und „gute“ pädagogische Prozesse unter Umständen stehen.


    Katja Schau, M.A. Soziologie,

    hat von 2000 bis 2008 Soziologie, Geschichte Religionswissenschaften an der Universität Leipzig studiert. Sie ist seit 2010 als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in Halle (Saale) tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Evaluation von pädagogischen Präventionsprojekten gegen demokratiefeindlichen und gewaltorientierten Islamismus. Dabei beschäftigt sie sich aktuell vor allem mit den Wirkungszuschreibungen seitens der Adressatinnen und Adressaten.

    Dr. Frank Greuel, Dipl.-Pädagoge,

    hat von 1996 bis 2002 Erziehungswissenschaften an der Universität Erfurt studiert. Er promovierte von 2003 bis 2009 über „Ethnozentrismus bei Aussiedlerjugendlichen“ und ist seit 2009 wissenschaftlicher Referent am Deutschen Jugendinstitut e.V. in Halle (Saale). Sein Arbeitsgebiet umfasst die wissenschaftliche Begleitforschung zur pädagogischen Prävention von Rechtsextremismus und Radikalisierung.

  18. Praxisforum 12

    Intersucht

    Im Praxisforum Intersucht soll anhand von Fallbeispielen der Vortrag Neue Medien – neue Süchte? vertieft werden.


    Prof. Dr. Thomas Mößle | D

    Prof. Dr. Thomas Mößle, Diplompsychologe, Professor für Kriminologie und Soziologie an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg.

    Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Medienwirkung, Computerspielsucht sowie Prävention und Evaluation.

  19. Ende
    Check-Out

Kontakt

Günther Ebenschweiger

Günther Ebenschweiger

Präventionsexperte, Geschäftsführer von aktivpräventiv – Plattform für Kriminalprävention, Wissenstransfer und Vernetzung GmbH und Präsident des Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention

Sie erreichen mich unter: office@aktivpraeventiv.at oder telefonisch unter: +43(0)676 / 4 25 4 25 4

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