Kompetent handeln bei großen Unterrichtsstörungen – von der Sanktion zum Coaching

Teil 1: Die Zwei-Phasen-Intervention

Fallbeispiel 1: Zweiter Schultag nach den Sommerferien: Beim Betreten des Klassenzimmers schlägt Dario einem Mitschüler mit der Faust fest auf den Rücken. Es handelt sich nicht um einen freundschaftlichen Klaps, sondern eindeutig um aggressives Verhalten.

Fallbeispiel 2: Als eine Lehrperson eine Schülerin anweist, ein Arbeitsblatt zu bearbeiten antwortet diese, „Sie haben mir gar nichts sagen“.

Lange nachdenken, wie wir jetzt am besten vorgehen könnten, können wir in unserem Beruf nicht. Darum ist eines der wichtigsten Tools im Classroom-Management, sich Handlungsoptionen für schwierige Unterrichtssituationen im Voraus zu überlegen. Erprobte Konzepte wie die 2-Phasen-Intervention sind hier angezeigt. Wenn wir dieses Vorgehen präsent haben, sind wir am ehesten in der Lage, es in anspruchsvollen Situationen abrufen zu können. Das ist der Schwerpunkt dieser Veranstaltung.

Teil 2: Durch negative Emotionen unserer SchülerInnen bedingte Unterrichtsstörungen

Fallbeispiel 1: Ein Schüler sagt verärgert zu seinem Lehrer: „Ich akzeptiere diese Hausaufgaben nicht mehr – ich habe genug von diesen Demütigungen“.

Fallbeispiel 2: Die 13-jährige Mia, die sich mit Lernen schwertut, hat gerade das Aufgabenblatt für die Klassenarbeit zerrissen. Wütend schreit sie: „Diese Aufgaben bearbeite ich nicht, die sind ja bescheuert.“

Was könnte hinter dem unangemessenen Verhalten der Beiden stehen? Eine naheliegende Hypothese ist, dass negative Emotionen und die damit verbundenen reduzierten Möglichkeiten zur Selbstregulation eine zentrale Rolle spielen. Und jetzt? Sollen die Beiden eine Sanktion erhalten? Gerade nicht. Wie wir in solchen Situationen erfolgreich handeln, ist Inhalt dieser Veranstaltung.