Initiator des Präventionskongresses und Keynote-Speaker
15.06.2026
15.06.2026
Mobbing beginnt oft lange bevor Erwachsene erkennen, was passiert. Genau mit dieser Frage beschäftigt sich der Gründer des Österreichischen Präventionskongresses, Günther Ebenschweiger, seit Jahrzehnten. Als Polizist in Graz erlebte er immer wieder die Folgen von Gewalt, Ausgrenzung und Konflikten – meist dann, wenn bereits großer Schaden entstanden war. Die Erkenntnis, dass wir früher ansetzen müssen, wurde zum Ausgangspunkt seiner Präventionsarbeit.
Diese Erfahrung führte ihn zur Prävention – zunächst aus persönlichem Interesse, bald als zentrales berufliches Anliegen. 1999 gründete er das Österreichische Zentrum für Kriminalprävention. Seither entwickelte er gemeinsam mit interdisziplinären Teams zahlreiche Programme, die Kinder und Jugendliche stärken, Eltern und Pädagog unterstützen und Gewalt vorbeugen, bevor sie entsteht. Projekte wie „Mein Körper gehört mir“, „Die große Nein-Tonne“ oder „Natürlich bin ich stark“ erreichten in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen in ganz Österreich.
Ein zentrales Anliegen seiner Arbeit ist es, Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung und Handlungsfähigkeit zu stärken. Denn, so seine Überzeugung: Es ist einfacher, Kinder zu stärken, als Erwachsene zu reparieren. Prävention versteht Ebenschweiger dabei nicht als Aufgabe einzelner Personen oder Institutionen, sondern als gemeinschaftliche Verantwortung von Bildung, Familie, Politik, Wissenschaft, Sozialbereich und Gesellschaft.
Aus diesem Gedanken heraus initiierte er 2008 den Österreichischen Präventionspreis und 2009 den Österreichischen Präventionskongress. Beide verfolgen bis heute dasselbe Ziel: engagierte Menschen zu vernetzen, wirksame Projekte sichtbar zu machen und den Austausch über gelingende Präventionsarbeit zu fördern.
Seit vielen Jahren ist Günther Ebenschweiger österreichweit in Kindergärten, Schulen, Organisationen und Unternehmen tätig und begleitet Menschen in herausfordernden Situationen rund um Mobbing, Gewalt und Konflikte. Dabei begegnet er täglich Kindern und Jugendlichen, die leiden, Eltern, die nach Antworten suchen, und Pädagog, die trotz großen Engagements oft an ihre Grenzen stoßen.
In seiner Eröffnungs-Keynote wird er deshalb nicht nur über Mobbing sprechen, sondern vor allem darüber, warum Prävention heute wichtiger ist denn je. Er gibt Einblicke aus der Praxis, zeigt aktuelle Entwicklungen auf und geht der Frage nach, warum wir viele Gewaltphänomene noch immer zu spät erkennen und zu spät handeln.
Vor allem aber möchte er Mut machen: Mut zum Hinschauen. Mut zum Zuhören. Mut zum gemeinsamen Handeln.
Denn Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung sind keine individuellen Probleme einzelner Betroffener, sondern Herausforderungen, die uns als Gesellschaft betreffen. Und genau deshalb braucht Prävention nicht irgendwann mehr Aufmerksamkeit – sondern jetzt.
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