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ReferentInnen

Die ReferentInnen für den Kongress 2016 sind:

 

Thomas Aebi

Dr. phil. Thomas Aebi

Dr. phil. Thomas Aebi ist Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie FSP und für Rechtspsychologie FSP und Leiter der Kantonalen Erziehungsberatung der Region Oberaargau in Langenthal/Schweiz. Er leitet die Praxisforschung der Bernischen Erziehungsberatungsstellen und arbeitet als Gutachter für Kindesschutzbehörden und Gerichte. Er ist Dozent in zwei Lehraufträgen zum Thema Begutachtung und Kindesschutz.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: „Sie haben ja nur zugeschaut“: Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder und ihre Folgen für die Elternschaft.
 
Der Vortrag skizziert die Folgen der Zeugenschaft von häuslicher Gewalt für Kinder und Jugendliche. Dabei werden vom Kleinkind- bis zum Jugendalter alterstypische Reaktionen aufgezeigt und dargestellt, welche Auswirkungen dies für die Elternschaft hat. Aufbauend auf dieser entwicklungspsychologischen Grundlage werden Elemente einer ambulanten Intervention dargestellt: Dabei stehen die Stärkung der Bezugsperson des Kindes und damit die Erziehungsberatung im Mittelpunkt.   

Praxisforum: „Auf der sicheren Seite“: Strategien für den Umgang mit Verdacht auf häusliche Gewalt und die Beratung des gewaltbetroffenen Elternteils im Umgang mit den Kindern.

Gewalt in Paarbeziehungen hat nicht nur markante Auswirkungen auf die Befindlichkeit und das Verhalten der Kinder, sondern auch auf den gewaltbetroffenen Elternteil. Dieser ist dadurch nicht selten in seiner Rolle und Aufgabe als Erziehender beeinträchtigt. Da die Kinder auf die Situation reagieren und daher meistens erhöhte erzieherische Anforderungen stellen, kommt es oft zu einer schwierigen Dynamik bis hin zu einem Teufelskreis. Daher ist eine gute Unterstützung der erzieherisch Hauptverantwortlichen (meistens die gewaltbetroffene Mutter) sehr wichtig. Aufbauend auf dem Vortrag soll besprochen werden, welche Möglichkeiten es gibt, betroffene Kinder zu erkennen und mit  einem Verdacht auf häusliche Gewalt umzugehen. Weiter sollen mögliche Strategien zur Unterstützung des gewaltbetroffenen Elternteils im Umgang mit den Kindern aufgezeigt und in der gemeinsamen Diskussion praxisnah vertieft werden.

Thomas Beck

Dr. Thomas Beck

Dr. Thomas Beck (geb. 1968). Klinischer und Gesundheitspsychologe, Notfallpsychologe, Weiterbildungen: mehrdimensionale psychodynamische Traumatherapie, Behandlung der strukturellen Dissoziation nach Traumatisierungen
Seit 2003 an der Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie, aktuell stellvertretender Leiter der Opferschutzgruppe am Landeskrankenhaus Innsbruck

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: „Ich bin mir sicher, dass meine Kinder von der Gewalt nichts mitbekommen ...“ – Die Bedeutung kindlicher Zeugenschaft von Gewalt für die spätere Ausbildung von Symptomen

Häufig besteht leider noch die Meinung, dass bloße Zeugenschaft von Gewalt für Kinder „nicht so schlimm sei, so lange sie nicht selbst direkte Opfer“ geworden sind. Bereits in die ACE-Studie (Felitti et al., 1998) wurde der Frage „Die Mutter erfuhr körperliche Gewalt" wesentlicher Platz eingeräumt. Auch in der weiteren Forschung wurde die Bedeutung der Zeugenschaft zunehmend berücksichtigt (z.B. Teicher&Parigger 2015) und dabei erkannt, welche Folgen Zeugenschaft von Gewalt haben kann. In unserem Vortrag werden wir basierend auf den neuesten Forschungsergebnissen zum Thema „Zeugenschaft“ vor allem auf die Entwicklung einer „Trauma-Biografie“ auf Basis eben dieser Zeugenschaften eingehen.

Praxisforum: „Ich selbst bin nie geschlagen worden, aber meine Mutter und meine Schwester" – Folgen der Zeugenschaft von Gewalt anhand von Fallbeispielen

Aufbauend auf den theoretischen Hintergründen unseres Vortrages werden wir anhand von eigenen Fallbeispielen und/oder Fällen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeiten von Prävention und auch Interventionen eingehen und Schwierigkeiten und Grenzen diskutieren.

Katharina Beclin

Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in Katharina Beclin

1966 in Wien geboren, studierte ich an der Universität Wien Rechtswissenschaften. Nach der Absolvierung der Gerichtspraxis wurde ich Universitätsassistentin am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien, seit 2006 bin ich Assistenzprofessorin für Kriminologie. Meine Forschungsschwerpunkte sind Jugendkriminalität und Gender Studies, hier vor allem Sexualdelinquenz, Gewalt im sozialen Nahraum, Stalking und Menschenhandel.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Betretungsverbot für gewalttätige Eltern? – Rechtliche und praktische Probleme im polizeilichen Umgang mit Gewalt zwischen Eltern und ihren minderjährigen Kindern

Gewalt zwischen Eltern und minderjährigen Kindern stellt die Polizei, aber auch die Jugendwohlfahrt, vor besondere Herausforderungen. Kann man über einen jugendlichen Gewalttäter ein Betretungsverbot hinsichtlich der elterlichen Wohnung verhängen? Können beide Elternteile weggewiesen werden, wenn sie sich Übergriffe zuschulden kommen lassen? Welche Auswirkungen haben solche Maßnahmen auf Ausübung der Obsorge? Welche flankierenden Maßnahmen der Jugendwohlfahrt sind in solchen Fällen üblich bzw. wären als „best practice“ zu empfehlen? Die Vortragenden stellen die rechtlichen und praktischen Probleme in der Praxis sowie entsprechende Lösungsmodelle vor.

Praxisforum: Wie schafft man mehr Akzeptanz für Vernetzung zwischen Eltern, Schule und Jugendwohlfahrt?

Sowohl Eltern also auch KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen scheuen oft davor zurück, sich in Problemsituationen an die Kinder- und Jugendwohlfahrtsbehörde zu wenden. Dies kann zum einen an fehlendem Wissen über die Möglichkeiten bzw. Angebote der Kinder- und Jugendwohlfahrtsbehörde liegen, zum anderen aber auch an der Angst, dass eine „Überreaktion“ der Behörde die Situation der Betroffenen verschlechtern könnte.
Eine gezielte Vernetzung von Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. Schulen und Kinder- und Jugendwohlfahrtsbehörden unter Einbeziehung der Eltern könnte Informationsdefizite beseitigen und das wechselseitige Vertrauen stärken.

Im Praxisforum sollen vorhandene Erfahrungen mit Vernetzungsarbeit ausgetauscht und Ideen für Kooperationsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Christina Dalpiaz

Christina M. Dalpiaz

Master of Science—General Psychology, Walden University, US Naval Basic Reserve Intelligence Training—Officer (BRIT-O),
Bachelor of Arts—Psychology, University of Colorado at Denver, Associate of Arts—Psychology, Ohio University

Infos zu Vortrag/Praxisforum

A Chance to Heal

In 1983, Christina Dalpiaz became a newlywed. Like most young brides, she was excited about starting out her new life with her handsome and charming husband and her dream was to live happily ever after. Within 6 months, she started coming home to shotgun holes peppering her destroyed kitchen, knives placed at her throat and finally a full-fledged fist to the face. Luckily, she had the courage and strength to get out.

This is when she began her quest to find out how this happened to a strong and confident woman like her. She educated herself on the dynamics of family violence and learned that her childhood was riddled with abuse and what she witnessed seemed normal and natural.

Christina began working with families and started noticing patterns of behavior that lent themselves to unhealthy choices, which needed to be broken in order to give children a chance to heal. After fleeing her violent relationship, she began her journey from recovery to discovery so she could support other families with her newfound knowledge.

Ironically, ten years later, she gained custody of her 5-year old nephew because he, too, was subjected to the same severe family violence she had endured. She came to the realization that violence is learned and generational and in order to help her nephew heal, she would have to become an advocate for children – a voice for this vulnerable population.

That is when she founded CHANCE (Changing How Adults Nurture Children’s Egos) and has been dedicated to making family violence socially unacceptable for the sake of the children using her healthy habits, happy homes model of recovery. She has written four books on the subject and has spoken around the globe.

She has appeared in documentaries for television and been a guest several times on Headline News Network (HLN). Christina is here to tell you her story and the journey she has taken to make the world a safer place for kids.

Sandra Dlugosch

Dr.in phil. Sandra Dlugosch

Dr. phil. Sandra Dlugosch, Diplom Sozialpädagogin (FH), Gestalttherapeutin (DVG), Traumatherapeutin, arbeitet seit gut 15 Jahren in unterschiedlichen Bereichen der Kinder-und Jugendhilfe in München. U.a. 5 Jahre in einer Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen mit Gewalterfahrungen, in der Leitung eines Mutter-Kind-Hauses für Mütter mit psychischen Erkrankungen sowie seit Anfang 2016 als Bereichsleitung für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie Mutter-Kind-Häuser beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. München. Therapeutische Zusatzausbildungen in Gestalttherapie sowohl für Erwachsenen als auch für Kinder und Jugendliche sowie vielfältige Weiterbildungen im Bereich der Traumatherapie (Screening-Technik, PITT-KID, Traumazentrierte Spieltherapie). Dissertation: „Mittendrin oder nur dabei? Miterleben von häuslicher Gewalt in der Kindheit und seine Folgen für die Identitätsentwicklung“, veröffentlicht im Verlag für Sozialwissenschaften.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Mittendrin oder nur dabei? Häusliche Gewalt aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen

Häusliche Gewalt in der Kindheit hat vielfältige Auswirkungen und lassen Kinder und Jugendliche sehr unterschiedlich reagieren. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Erlebniswelt von Kindern in Familien mit häuslicher Gewalt. Anhand von Zitaten junger Erwachsener, die rückblickend über ihre Erlebnisse berichten, erfahren wir einiges über Bindung und Beziehung, Coping-Stratgien und Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder.

Praxisforum: „Hey, schauts Ihr mal hinter die Kulissen?“ Was Kinder und Jugendlichen, die häusliche Gewalt erleben an Hilfe und Unterstützung wünschen

In Ergänzung zum Vortrag beschäftigt sich das Praxisforum mit der Frage, was eine gute und hilfreiche Unterstützung für Kindern und Jugendliche bei häuslicher Gewalt sein kann. Auch hier zeigen Zitate Jugendlicher Wünsche und hilfreiche Erlebnisse auf, deren Folgen für die Konzepte und Unterstützungsangebote wir diskutieren wollen.

Uwe Fleischer

Uwe Fleischer

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Posttraumatische Belastungsstörung als mögliche Folge physischer und/oder psychischer Gewalt (ein kurzer Überblick)

– Was ist ein Trauma (in aller Kürze)
– Wann wird aus einem Trauma eine Krankheit (eine kurze Zusammenfassung eines komplexen Themas)
– Welche Faktoren sind neben dem stattgehabten Trauma maßgeblich mitbeteiligt
– „Fürsorge“ von Verantwortungstragenden als möglicher Präventionsansatz?

Praxisforum: Posttraumatische Belastungsstörung, eine möglicherweise unbehagliche Reise von der Entstehung bis hin zur Hoffnung auf Befreiung daraus.

– Gibt es negative Emotionen?
– Was ist ein Trauma
– Wann wird aus einem Trauma eine Krankheit
– Welche Faktoren sind neben dem stattgehabten Trauma maßgeblich mitbeteiligt
– Tätertypen aus praxisnaher Erfahrung (ein nur kurzer Streifzug)
– Welche Rolle spielt die Erziehung und die gesellschaftlichen Werte
– Gemeinsame Diskussion inwieweit die vorher benannten Faktoren als Prädiktor für präventive Maßnahmen genutzt werden können

Gerhard Hafner

Gerhard Hafner

Gerhard Hafner arbeitet in Berlin als Diplom-Psychologe in den Projekten „Kind im Blick“ (Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin) und „Beratung für Männer – gegen Gewalt“ (Volkssolidarität LV Berlin e.V.), die sich den Auswirkungen von häuslicher Gewalt auf Kinder sowie der psychosozialen Arbeit mit Tätern widmen.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Wenn Papa Mama schlägt. Wie Frauenunterstützung, Kinderschutz und Täterarbeit zusammenarbeiten können, um Kinder mehr in den Blick zu nehmen.

Wenn Papa Mama schlägt. Wie Frauenunterstützung, Kinderschutz und Täterarbeit zusammenarbeiten können, um Kinder mehr in den Blick zu nehmen.
Die drei Bereiche Frauenunterstützung, Schutz der Kinder und psychosoziale Arbeit mit häuslichen Gewalttätern arbeiten oft getrennt voneinander, nicht selten auch gegeneinander, verbunden mit Vorbehalten und Misstrauen.
Wie können die unterschiedlichen Bereiche Blockaden der Zusammenarbeit abbauen? Welche Bedingungen braucht es, um sich gut zu vernetzen, Synergieenergien zu nutzen und Strukturen für ein gemeinsames Fallmanagement aufzubauen?

In Berlin ist es gelungen, dass die unterschiedlichen Bereiche erfolgreich zusammenarbeiten und so den Schutz der Opfer erhöhen. Es soll veranschaulicht werden, wie ein Best-Practice-Projekt aussehen könnte, das alle Bereiche gleichermaßen abdeckt und sich gegenseitig stärkt.

Praxisforum: Wenn Papa Mama schlägt. Was können Kinderschutz, Frauenunterstützung und Täterarbeit gemeinsam für die Kinder und Jugendlichen tun?

Wenn Papa Mama schlägt. Was können Kinderschutz, Frauenunterstützung und Täterarbeit gemeinsam für die Kinder und Jugendlichen tun?
Im Praxisforum betrachten die beiden ReferentInnen die unterschiedlichen Bereiche Frauenunterstützung, Kinderschutz und Täterarbeit mit ihrem jeweiligen Fokus. Meist arbeiten diese separiert nebeneinander her, verbunden mit Vorbehalten, etwa dass Kinderschutz gegen Mütter gerichtet ist oder Täterarbeit den Opfern von Gewalt wenig nützt.

Ein Projekt wird vorgestellt, in dem alle drei Bereiche zusammengeführt sind:
Die Täterarbeit wird im Fallmanagement mit der Frauenunterstützung durchgeführt, der Kinderschutz ist als zentrales Ziel in das Verhaltenstraining implementiert und die Arbeit mit den von Gewalt betroffenen Frauen ist verknüpft mit der direkten Arbeit mit den Kindern.

Im Projekt “Kind im Blick” werden die Eltern für die Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert und es werden gewaltfreie Kommunikationstechniken und -strategien mit der Familie erlernt, um ein gewaltfreies Miteinander nach beendeter häuslicher Gewalt wiederaufzubauen. Die Kinder finden im Projekt einen Raum in dem sie ihrer Bedürfnisse, Sorgen, Ängste und Wünsche äußern können, es wird ihnen zugehört und geholfen das erlebte zu verarbeiten. Das Praxisforum reflektiert die Bedingungen, die es erfordern und erleichtern, Strukturen für eine enge Kooperation aufzubauen.

Thomas Hestermann

Prof. Dr. Thomas Hestermann

Fernsehjournalist und Medienwissenschaftler. Studium der Politik, Sozialpsychologie und Soziologie an der Leibniz-Universität Hannover, Promotion als Medienwissenschaftler an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Tätigkeit in der Medienforschung, Analyse der TV-Gewaltberichterstattung. Entwicklung diverser Medienformate. Von 1999 bis 2005 sowie 2009 bis 2014 Redaktionsleiter der Fernsehdebattenreihe Tacheles (Phoenix).
Bis 2011 Lehrtätigkeit an der Leuphana Universität Lüneburg, Hamburg Media School, Diplomatenschule des Auswärtigen Amtes, Führungsakademie der Bundeswehr u.a. Seit 2011 Professor für Journalistik an der Hochschule Macromedia, Campus Hamburg und Berlin. Mail t.hestermann@macromedia.de

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Gewaltberichterstattung: Wie die Medien ihre eigene Wirklichkeit schaffen

Das Bild, das die Medien von Verbrechen zeichnen, hat mit polizeilichen Erkenntnissen wenig zu tun. So werden irrationale Ängste geschürt, die ein Vorgehen gegen häusliche Gewalt erschweren. Der Medienwissenschaftler und Fernsehjournalist Dr. Thomas Hestermann hat Medienverantwortliche interviewt und ihre Berichterstattung untersucht. Seine langjährigen Analysen zeigen, wie Mediengewalt entsteht. So wird deutlich, warum die Medien bevorzugt über tödliche und sexuelle Gewalt berichten und warum sie das Leid der Opfer in den Mittelpunkt stellt. Eine Analyse mit praktischen Beispielen, die hilft, die Arbeitsweise der Medien besser zu verstehen – und zu verändern. (s. Workshop)

Praxisforum: Am Pranger: Wie Gewaltberichte wirken – und was sich daran ändern lässt

Wie Journalisten über Kriminalität berichten, hat vor allem damit zu tun, was hohe Aufmerksamkeit verspricht. Der Schlüssel dazu sind Emotionen, vor allem Furcht und Mitgefühl. So schürt die Berichterstattung eine irrationale Weltsicht und hat Folgen für das Sicherheitsempfinden und vielfach auf die Kriminalpolitik. Dabei erschwert die mediale Verbreitung von Schrecken, Familien wirksam zu stärken und Gewalt zu verhüten.

Dieser Workshop zeigt, wie sich die Berichterstattung positiv verändern lässt und wie es gelingen kann, sinnvolle Ansätze der Kriminalitätsverhütung in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Medienwissenschaftler und Fernsehjournalist Dr. Thomas Hestermann greift konkrete Fallbeispiele auf und zeigt neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit.

Monique Hoyer

Monique Hoyer

Monique Hoyer, Erziehungswissenschaftlerin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, arbeitet als Sozialarbeiterin in den Projekten „Kind im Blick“ (Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin) und an der Umsetzung des „Berliner Programms: Beendet häusliche Gewalt“ (Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin).

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Wenn Papa Mama schlägt. Wie Frauenunterstützung, Kinderschutz und Täterarbeit zusammenarbeiten können, um Kinder mehr in den Blick zu nehmen.

Wenn Papa Mama schlägt. Wie Frauenunterstützung, Kinderschutz und Täterarbeit zusammenarbeiten können, um Kinder mehr in den Blick zu nehmen.
Die drei Bereiche Frauenunterstützung, Schutz der Kinder und psychosoziale Arbeit mit häuslichen Gewalttätern arbeiten oft getrennt voneinander, nicht selten auch gegeneinander, verbunden mit Vorbehalten und Misstrauen.
Wie können die unterschiedlichen Bereiche Blockaden der Zusammenarbeit abbauen? Welche Bedingungen braucht es, um sich gut zu vernetzen, Synergieenergien zu nutzen und Strukturen für ein gemeinsames Fallmanagement aufzubauen?

In Berlin ist es gelungen, dass die unterschiedlichen Bereiche erfolgreich zusammenarbeiten und so den Schutz der Opfer erhöhen. Es soll veranschaulicht werden, wie ein Best-Practice-Projekt aussehen könnte, das alle Bereiche gleichermaßen abdeckt und sich gegenseitig stärkt.

Praxisforum: Wenn Papa Mama schlägt. Was können Kinderschutz, Frauenunterstützung und Täterarbeit gemeinsam für die Kinder und Jugendlichen tun?

Wenn Papa Mama schlägt. Was können Kinderschutz, Frauenunterstützung und Täterarbeit gemeinsam für die Kinder und Jugendlichen tun?
Im Praxisforum betrachten die beiden ReferentInnen die unterschiedlichen Bereiche Frauenunterstützung, Kinderschutz und Täterarbeit mit ihrem jeweiligen Fokus. Meist arbeiten diese separiert nebeneinander her, verbunden mit Vorbehalten, etwa dass Kinderschutz gegen Mütter gerichtet ist oder Täterarbeit den Opfern von Gewalt wenig nützt.

Ein Projekt wird vorgestellt, in dem alle drei Bereiche zusammengeführt sind:
Die Täterarbeit wird im Fallmanagement mit der Frauenunterstützung durchgeführt, der Kinderschutz ist als zentrales Ziel in das Verhaltenstraining implementiert und die Arbeit mit den von Gewalt betroffenen Frauen ist verknüpft mit der direkten Arbeit mit den Kindern.

Im Projekt “Kind im Blick” werden die Eltern für die Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert und es werden gewaltfreie Kommunikationstechniken und -strategien mit der Familie erlernt, um ein gewaltfreies Miteinander nach beendeter häuslicher Gewalt wiederaufzubauen. Die Kinder finden im Projekt einen Raum in dem sie ihrer Bedürfnisse, Sorgen, Ängste und Wünsche äußern können, es wird ihnen zugehört und geholfen das erlebte zu verarbeiten. Das Praxisforum reflektiert die Bedingungen, die es erfordern und erleichtern, Strukturen für eine enge Kooperation aufzubauen.

Andreas Jud

Dr. Andreas Jud

Dr. Andreas Jud ist seit mehreren Jahre in der interdisziplinären Forschung zum Kinderschutz tätig. Als Dozent an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit leitet er verschiedene Studien zu Entscheidungsprozessen – Meldung und Beurteilung von Gefährdungssituationen, Einleitung von Massnahmen, etc. – im institutionalisierten Schweizer Kinderschutz.
Andreas Jud hat auch international an diversen Forschungsprojekten im Kinderschutz mitgewirkt, u.a. durch einen Postdoc-Aufenthalt 2011 am Centre for Research on Children and Families der McGill University in Montreal, Kanada sowie durch seine mehrjährige Mitarbeit im Forschungsteam der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, Deutschland. 

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Das Gegenteil von gut … fehlenden Daten zur Häufigkeit von Kindeswohlgefährdung und ihre Konsequenzen

Kindeswohlgefährdung durch häusliche Gewalt ist ein bedeutsames Problem. Nur sind die Statistiken in Österreich und seinen Nachbarländern lückenhaft, und es ist nicht vollständig bekannt, wie viele betroffene Kinder über verschiedene zuständige Institutionen und Organisationen hinweg begleitet werden, von welchen Formen der Gewalt sie betroffen sind und wie sie betreut werden. Deshalb fehlt auch das Wissen darüber, ob bestimmte Risikogruppen unterversorgt sind. So ist zum Beispiel nicht klar, ob Kleinkinder oder Kinder mit Behinderung, die besonderen Schutz brauchen, ausreichend gut erreicht werden. Auch fehlt etwa die Möglichkeit zu prüfen, ob Hilfen und Unterstützungsangebote Kinder in allen Landesteilen gleich gut erreichen. So können auch Präventionsmaßnahmen nicht datengestützt und zielgruppengerecht erfolgen und laufen Gefahr, statt gut, nur gut gemeint zu sein.

Praxisforum: Das Gegenteil von gut … fehlenden Daten zur Häufigkeit von Kindeswohlgefährdung und ihre Konsequenzen

In Anlehnung an den vorangegangen Vortrag wird mit den Teilnehmenden erarbeitet, welche Hürden angegangen werden müssen, um über verschiedene Organisationen hinweg – Kinder- und Jugendhilfe, Polizei, Kinderkliniken, etc. – einheitliche Angaben zu bekannt gewordenen Fällen von Kindesmisshandlung und Kindeswohlgefährdung zu erfassen. Es wird diskutiert, welche Daten bereits erfasst werden und welche Informationen sinnvollerweise ergänzt werden müssten. Unterstützend zur Diskussion wird mit dem Projekt CAN-via-MDS ein Zugang verschiedener EU-Staaten vorgestellt, einheitlich über verschiedene Bereiche hinweg Daten zu Kindesmisshandlung zu erfassen.

Martin Kilias

Prof. DDr. Martin Killias

University of St Gallen, Law School, Permanent visiting professor of criminal law, criminal procedure and criminology (2013-)
Honorary Professor, University of Lausanne
Professor emeritus, University of Zurich
HSW Luzern: Lecturer in criminology of economic crime
Fernstudium Schweiz: Professor in Criminal Law (2006-)

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Wie viel darf’s denn kosten? Bekämpfung häuslicher Gewalt – wirksam aber bezahlbar

Die justizielle Verarbeitung häuslicher Gewalt gilt als Königsweg. Sie ist aber teuer und nicht unbedingt hilfreicher als polizeiliche Erledigungsstrategien und präventive Maßnahmen. Dazu geht sie oft an den Bedürfnissen der Opfer vorbei. Dies soll anhand von empirischen Studien aus verschiedenen Ländern aufgezeigt werden.

Praxisforum: Ermitteln statt vermitteln? Wieso keine Mediation?

Vermitteln durch Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten gilt als verpönt. Gleichzeitig wird überall das Hohelied der Mediation gesungen. Was soll nun gelten? Wie kommt man den Bedürfnissen der Opfer entgegen?

Ursula Klopfstein

Ursula Klopfstein

Geboren 1964, Erstausbildung zur Pfegefachfrau 1985, danach Medizinstudium und Erwerb des Facharzttitels Rechtsmedizin FMH. Dissertation zum Thema: „The possibilities and limitations of the disulfiram-assisted therapy of alcoholics“ (supervised Prof. H.U. Fisch Bern). Mehrjährige Anstellung am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern als Oberärztin für klinische Rechtsmedizin. In dieser Zeit und später Lehrstätigkeit an verschiedenen Fakultäten und Fachhochschulen zu Themen interpersoneller Gewalt, speziell häusliche Gewalt und sexueller Gewalt. Dazu Publikationen zu denselben Themen und Forschung zu Screnning von häuslicher Gewalt in medizinischen Institutionen.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Was Zuhause passiert bleibt daheim! Wie geht die Schule mit Kindern und Jugendlichen um, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.

Wie können Lehrpersonen, Fachpersonen aus den Bereichen der Schulsozialarbeit oder des Schulmedizinischen Dienstes von häuslicher Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche identifizieren. Was dann? Übersichtsartig skizziert dieser Vortrag das Vorkommen der Betroffenheit von Kindern von häuslicher Gewalt im Kontext des schulischen Umfeldes. Merkmale des Erscheinungsbildes werden dargestellt und die Möglichkeiten der Interventionen aufgezeigt. Anhand von Fallbeispielen wird auf die Unterschiede der verschiedenen Altersstufen eingegangen.

Praxisforum: Darüber sprechen, über die Merkmale der Ansprache und Beratung von Kindern nach erlebter häuslicher Gewalt

Mit dem Beispiel des für den Kanton Bern erstellten Leitfadens zur Beratung von Kindern nach erlebter häuslicher Gewalt, wird speziell auf die Merkmale und Besonderheiten der Kommunikation durch Fachpersonen eingegangen. Was darf und soll man Fragen wie soll man mit Kindern darüber sprechen und wo sind die Fallstricke. Es wird ein Katalog an Fragen, die den Einstig ins Thema erleichtern können, vorgestellt.

Martina Maier

Mag.a phil. Martina Maier

DaZ/DaF- und Integrationstrainerin, Theaterpädagogin, AHS-Lehrerin. Seit 2008 im pädagogischen Bereich in England und Österreich tätig. Seit 2014 Spezialisierung auf Prävention gegen sexuellen Missbrauch und seit 2015 Projektleiterin für „Starke Kinder“ (Styria vitalis).
Nach jahrelanger Aufarbeitung der eigenen mehrjährigen Missbrauchsvergangenheit mittlerweile auch in der Intervention tätig: Koordination einer digitalen Selbsthilfegruppe für Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch und digitale Begleitung von Hilfesuchenden während der Aufarbeitung.
Ihre persönliche Aufarbeitungsgeschichte wurde im März 2016 in Deutschland veröffentlicht.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: „So kannst du mir helfen“ – Der Blickwinkel eines Missbrauchsopfers

(M)Ein Kind erzählt:
Warum sage ich nichts?
Warum suche ich keine Hilfe?
Wovor habe ich so große Angst?
Warum schütze ich alle?

Was brauche ich, dass es mir besser geht?
Was brauche ich, dass ich die Last loslassen kann?
Wie kannst du helfen, wenn schon zu viel passiert ist?
Was brauchen andere Kinder, damit ihnen nicht das Gleiche passiert wie mir?
Was können Erwachsene tun, wie müssten sie sein, damit nicht so viele von uns Opfer werden?

Auf diese Fragen wird im Vortrag eingegangen.

Praxisforum: „Demaskiert – Erkenne, was bei vielen Missbrauchsopfern unsichtbar scheint“

Dieser aktive Workshop dient als Wahrnehmungssensibilisierung und Empathietraining.

„Ich will nicht und gleichzeitig fürchte ich mich auch davor, dass du erkennst, was mit mir wirklich los ist!“ Vielen Opfern geht es so. Vielen Opfern ist der Missbrauch weder in der Kindheit, noch im Erwachsenenalter anzusehen. Viele tragen Masken.

  • Was steckt hinter den Masken?
  • Wozu dienen Masken?
  • Wie kannst du möglicherweise helfen?
Katrin Meier

Katrin Meier, Lic. phil., MPH

Katrin Meier, Lic. phil., MPH, Studium der Psychologie an der Universität Bern, Master of Public Health an den Universitäten Basel, Bern und Zürich, Thesis zum Thema ‚Kinder als Mitbetroffene von Partnerschaftsgewalt. Eine Bedarfsanalyse im Kanton Solothurn’. 2002-2008 Beraterin im Frauenhaus Thun-Berner Oberland; 2008-2012 Co-Leiterin Fachstelle Kinderschutz Kanton Solothurn, 2012-2013 Projektleiterin Kinderschutz Schweiz, 2012-2015 Psychotherapieausbildung ZSB Bern, 2013-2015 PG-Psychologin im Ambulatorium Langenthal der psychiatrischen Dienste SRO, seit August 2015 delegierte Psychotherapeutin in eigener Praxis am ZSB in Bern. Seit 2016 Vorstandsmitglied des Schlupfhuus in Zürich

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Besonderheiten im Umgang mit Kindern als Mitbetroffene von Gewalt in Paarbeziehungen: Anforderungen an geeignete Unterstützungsangebote

Gemäß der vorliegenden Forschung muss davon ausgegangen werden, dass 10-30% aller Kinder direkt oder indirekt von Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind. Dies ist eine potenzielle Gefährdung für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Es wird aufgezeigt, welche Anforderungen geeignete Unterstützungsangebote für diese Kinder erfüllen sollten.

Praxisforum: Besonderheiten im Umgang mit Kindern als Mitbetroffene von Gewalt in Paarbeziehungen: Anforderungen an geeignete Unterstützungsangebote

Im Rahmen dieses Praxisforums befassen wir uns mit den besonderen Herausforderungen im Umgang mit den mitbetroffenen Kindern. Was braucht es, um diese Kinder in geeigneter Weise zu unterstützen? Welche Angebote gibt es vor Ort? Im Rahmen eines moderierten Erfahrungsaustausches wird die Theorie mit der Praxis verbunden und gemeinsam Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten erarbeitet.

Brigitte Blatter Niederer

Dr.in med. Brigitte Niederer Blatter

Studium der Humanmedizin an der Universität Bern, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendmedizin, seit 2001 in eigener Kinderarztpraxis in Olten. Gründungsmitglied einer Intervisionsgruppe Kindesschutz Olten, Mitautorin im Handbuch „Kinder als Mitbetroffene von Gewalt in Paarbeziehungen“, leitende Ärztin der Neonatologie des Kantonsspitals Olten, leitende Ärztin multidisziplinärer Gruppenprogramme für Adipositas im Kindes- und Jugendalter, Lehrbeauftragte für Hausarztmedizin der Universität Bern.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Kinder als Mitbetroffene bei häuslicher GewaltVersuch einer praxistauglichen Annäherung

Täglich werden wir in den Medien mit häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen konfrontiert. Dass dabei oft Kinder mitbetroffen sind, wurde erst vor wenigen Jahren bewusst erkannt. Erstaunt über den hohen Prozentsatz der mitbetroffenen Kinder wurden viele grundlegende wissenschaftliche Studien über die Auswirkungen erstellt und die rechtliche Seite klar definiert.  Während damit genügend theoretische Grundlagen erschaffen wurden, besteht immer noch ein grosses Defizit an Wissen um Instrumente zum Erkennen von Risikosituationen und dem weiteren Handeln. Der praktische Umgang im Alltag stellt hohe Anforderungen an diverse Berufsgruppen. Aber alleine das Erkennen garantiert noch kein Handeln. Handeln erfordert Wissen um Möglichkeiten und Mut zur Tat. Verschiedene Präventions- und Handlungsmöglichkeiten sollen im Vortrag näher beleuchtet und alltagstaugliche Instrumente dabei erklärt werden.

Praxisforum: Kinder im Kontext häuslicher Gewalt – wie gehen wir damit um?

Während dem im theoretischen Teil einzelne Fakten zum besseren Verständnis der Problematik angesprochen werden, sollen im nachfolgenden Workshop interaktiv einzelne Instrumente zum Erkennen, Ansprechen und Handeln genauer angeschaut werden. Anhand von Beispielen sollen machbare Wege gezeigt und diskutiert werden. Der Vortrag wie auch der Workshop richten sich nicht ausschliesslich an ärztliches Personal, sondern an alle Berufsgruppen, welche mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, wie Hebammen, KindergärtnerInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, PolizistInnen etc.

Anne Thiemann

Anne Thiemann

Anne Thiemann, Dipl. Sozialpädagogin, Master of Social Work
Seit 2012 als Koordinatorin bei BIG Prävention in der Fortbildung pädagogischer Fachkräfte und gewaltpräventiver Arbeit (Schwerpunkt häusliche Gewalt) mit Kindern an Berliner Grundschulen tätig, 1995 -1999 Sozialpädagogische Fachkraft in der psychosozialen Begleitung von Frauen und Kindern in einem Berliner Frauenhaus.
2002 Masterstudiengang „Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession“, 2004-2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin am Deutschen Institut für Menschenrechte in der Abteilung Menschenrechtsbildung, seitdem freiberufliche Dozentin in der Menschenrechtsbildung mit Schwerpunkt Kinderrechte, insbesondere Mädchenrechte.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: „Bei häuslicher Gewalt hole ich mir Hilfe!“ – Prävention häuslicher Gewalt mit Kindern an der Grundschule

Noch immer erleben zu viele Kinder in ihren Herkunftsfamilien häusliche Gewalt. Sie sind als Zeug/innen oder Opfer der Gewalt immer mit betroffen und oftmals auf sich allein gestellt. Viele Kinder entwickeln psychische und/oder somatische Auffälligkeiten und haben ein deutlich höheres Risiko für einen problematischen Bildungsverlauf. Häusliche Gewalt stellt daher einen Risikofaktor für eine Kindeswohlgefährdung dar. Kinderschutz ist ein Auftrag an die Schule. LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen benötigen mehr Wissen und Handlungssicherheit, wie sie ihren SchülerInnen im Falle von häuslicher Gewalt adäquat begegnen können.

Der Vortrag widmet sich der Sensibilisierung für Ausmaß und Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder und Jugendliche. Es werden die Barrieren benannt, die es ihnen erschweren, mit anderen Menschen über die Gewalt in der Familie zu sprechen, vor allem aber Wege aufgezeigt, wie mit Kindern schon in der Grundschule das Thema häusliche Gewalt bearbeitet werden und von Gewalt betroffene Kinder wirkungsvoll unterstützt werden können.

Praxisforum: BIG Prävention stellt sich vor – Prävention häuslicher Gewalt mit Kindern an der Grundschule

BIG Prävention arbeitet seit zehn Jahren in der Gewaltprävention an Berliner Grundschulen mit dem Schwerpunkt „häusliche Gewalt“. Kinder werden in viertägigen Workshops gestärkt und gefördert sich in ihren Freundschaften fair und gewaltfrei zu verhalten und motiviert, offen über häusliche Gewalt zu sprechen. Das Schulkollegium wird zu den Themen Häusliche Gewalt und Kinderschutz fortgebildet. Eltern werden dafür sensibilisiert, was häusliche Gewalt bedeutet und wie sich diese auf Kinder auswirken kann.

Im Praxisforum werden die Angebote und Materialien von BIG Prävention genauer vorgestellt und einige Übungen aus den Kinderworkshops gemeinsam erprobt. Fragen und kollegialer Austausch sind herzlich willkommen!

Itis Trawöger

Mag.a Iris Trawöger

Mag.a Iris Trawöger (geb 1970); Erziehungswissenschafterin, Psychotherapeutin; Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT); Therapeutin Kinderbühne Landeck (2011- 2013);
Weiterbildungen: Behandlung der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit nach Trauma; Psychodynamisch imaginative Traumatherapie (PITT); EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)Teil 1;
Seit 2012 an der Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie, seit Anfang 2015 Mitglied der Opferschutzgruppe am Landeskrankenhaus Innsbruck

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: „Ich bin mir sicher, dass meine Kinder von der Gewalt nichts mitbekommen ...“ – Die Bedeutung kindlicher Zeugenschaft von Gewalt für die spätere Ausbildung von Symptomen

Häufig besteht leider noch die Meinung, dass bloße Zeugenschaft von Gewalt für Kinder „nicht so schlimm sei, so lange sie nicht selbst direkte Opfer“ geworden sind. Bereits in die ACE-Studie (Felitti et al., 1998) wurde der Frage „Die Mutter erfuhr körperliche Gewalt" wesentlicher Platz eingeräumt. Auch in der weiteren Forschung wurde die Bedeutung der Zeugenschaft zunehmend berücksichtigt (z.B. Teicher&Parigger 2015) und dabei erkannt, welche Folgen Zeugenschaft von Gewalt haben kann. In unserem Vortrag werden wir basierend auf den neuesten Forschungsergebnissen zum Thema „Zeugenschaft“ vor allem auf die Entwicklung einer „Trauma-Biografie“ auf Basis eben dieser Zeugenschaften eingehen.

Praxisforum: „Ich selbst bin nie geschlagen worden, aber meine Mutter und meine Schwester" – Folgen der Zeugenschaft von Gewalt anhand von Fallbeispielen

Aufbauend auf den theoretischen Hintergründen unseres Vortrages werden wir anhand von eigenen Fallbeispielen und/oder Fällen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeiten von Prävention und auch Interventionen eingehen und Schwierigkeiten und Grenzen diskutieren.

Susanne Wasserfallen

Susanne Wasserfallen

Fachmitarbeiterin Suchtprävention Aargau, Projektleiterin Kindermittedrin

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: Kinder mittendrin – im Schatten häuslicher Gewalt

Wenn’s Zuhause kracht, dann versteckt sich Tobias mit seiner kleinen Schwester unter dem Bett. Laura ist traurig, immer wieder streiten ihre Eltern so heftig, am liebsten würde sie dieses Geheimnis jemandem erzählen, aber wem? Schätzungen zu folge erleben 10 bis 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Verlaufe Ihrer Kindheit häusliche Gewalt mit – teils mit gravierenden Folgen.

In vielen Familien ist zudem die Dualproblematik Gewalt und Alkohol anzutreffen. Beide Themen sind mit Scham behaftet. Das Bewusstsein, dass bereits das Miterleben von Gewalt sowie der problematische Alkoholkonsum der Eltern Kindern schaden, ist noch wenig vorhanden.

Kinder mittendrin ist ein Projekt zur Sensibilisierung von Personen aus den Lebenswelten der Kinder – wie Schulen, Kitas,…. Es verbindet die Themen der Prävention gegen häusliche Gewalt und der Suchtprävention. Welche Schwierigkeiten wir antreffen und welche Mosaiksteine geglückt sind, werde ich Ihnen in meinem Referat erzählen und im Praxisforum vertiefen, diskutieren und austauschen.

Praxisforum: Kinder mittendrin – im Schatten häuslicher Gewalt

Wenn’s Zuhause kracht, dann versteckt sich Tobias mit seiner kleinen Schwester unter dem Bett. Laura ist traurig, immer wieder streiten ihre Eltern so heftig, am liebsten würde sie dieses Geheimnis jemandem erzählen, aber wem? Schätzungen zu folge erleben 10 bis 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Verlaufe Ihrer Kindheit häusliche Gewalt mit – teils mit gravierenden Folgen.
In vielen Familien ist zudem die Dualproblematik Gewalt und Alkohol anzutreffen. Beide Themen sind mit Scham behaftet. Das Bewusstsein, dass bereits das Miterleben von Gewalt sowie der problematische Alkoholkonsum der Eltern Kindern schaden, ist noch wenig vorhanden.

Kinder mittendrin ist ein Projekt zur Sensibilisierung von Personen aus den Lebenswelten der Kinder – wie Schulen, Kitas,…. Es verbindet die Themen der Prävention gegen häusliche Gewalt und der Suchtprävention. Welche Schwierigkeiten wir antreffen und welche Mosaiksteine geglückt sind, werde ich Ihnen in meinem Referat erzählen und im Praxisforum vertiefen, diskutieren und austauschen.

Karin Wieners

Karin Wieners

Karin Wieners, Diplom-Politologin und Magistra Public Health
Seit 1998 Beschäftigung mit Fragen der Intervention und Prävention bei häuslicher und sexualisierter Gewalt. Langjährige Mitarbeit in einem Berliner Frauenhaus. Mitarbeit in der wiss. Begleitung des 1. Interventionsprojekts in der Rettungsstelle einer Berliner Klinik und im Modellprojekt „Medizinische Intervention gegen Gewalt“. Seit 2010 Referentin in der Koordinierungsstelle des S.I.G.N.A.L. e.V..  Schwerpunkte: Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, Aufbau und Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit, Netzwerkarbeit.

Infos zu Vortrag/Praxisforum

Vortrag: SIGNALe setzen – Intervention in der Gesundheitsversorgung bei häuslicher Gewalt.

Die vielfältigen gesundheitlichen Folgen von häuslicher Gewalt und die Bedeutung der Gesundheitsversorgung als Ort sensibler Versorgung, gezielter Intervention und Prävention haben in den vergangenen Jahren zunehmend Beachtung gefunden. „Gewalterfahrungen erkennen und ansprechen“, „Befunde gerichtsverwertbar dokumentieren“, „Schutz und Sicherheit gewährleisten“ sowie  „Weitervermitteln ins Hilfe- und Unterstützungsnetz“ gelten als zentrale, international anerkannte Handlungsschritte. 

Der Vortrag zeigt Hintergründe, Eckpunkte, den aktuellen Stand und Herausforderungen in der Intervention im Bereich der Gesundheitsversorgung. Die Bedeutung der Intervention für den Kinderschutz und für den langfristigen Abbau häusliche Gewalt wird besondere Beachtung finden.

Praxisforum: Ich mache mir Sorgen um Sie und um Ihre Kinder“: Das Schweigen brechen – Gewalterfahrungen aktiv ansprechen 

In vielen Berufsbereichen können Präventions- und Interventionsmöglichkeiten nur genutzt werden, wenn mögliche Gewalterfahrungen aktiv und konkret von den MitarbeiterInnen angesprochen werden. Ausgehend von Beispielen und Erfahrungen aus der Arbeit des S.I.G.N.A.L. e.V. soll das Praxisforum Raum bieten, um Erfahrungen auszutauschen und Handlungssicherheit zu stärken.

Was hemmt und was fördert das aktive Ansprechen möglicher Gewalterfahrungen im eigenen Berufsalltag?
Wie können erste Sätze lauten?
Welche Rahmenbedingungen müssen beachtet werden?
Und wie können Fragen sowohl zum Schutz von Kindern wie zur Unterstützung  der direkt Betroffenen gestellt werden?