Beirat

 

Beirat

 

Univ.-Prof. Dr. Johann Bacher

Univ.-Prof. Dr. Johann Bacher

Universitätsprofessor für Soziologie und empirische Sozialforschung an der Johannes-Kepler-Universität in Linz; Vorstand des Instituts für Soziologie; Leiter der Abteilung für empirische Soziologie; Leiter der Abteilung Kriminologie des Zentrums für Rechtspsychologie und Kriminologie

 
Biographie

Universitätsprofessor für Soziologie und empirische -Sozialforschung an der Johannes-Kepler-Universität in Linz: Vorstand des Instituts für Soziologie; Leiter der Abteilung für empirische Soziologie; Leiter der Abteilung Kriminologie des Zentrums für Rechtspsychologie und Kriminologie Linz/Österreich

Statement

Die Einladung, im Beirat zum Präventionskongress mitzuwirken, habe ich gerne angenommen. Erstens steht hinter dem Päventionskongress mit Herrn Ebenschweiger und Frau Kerstein ein sehr professionelles und engagiertes Team. Zweitens ist Prävention extrem wichtig und durch gute Präventionsarbeit kann ein erfolgreicher Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben geleistet werden. Drittens bietet der Präventionskongress die Möglichkeit des Gedankenaustauschs zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Präventionsarbeit.

Günther Ebenschweiger

Günther Ebenschweiger

Vorsitzender des Programmbeirates
Geschäftsführer von aktivpräventiv – Plattform für Kriminalprävention, Wissenstransfer und Vernetzung GmbH.
Präsident des Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention
Leiter der Polizeiinspektion Finanz in Graz

 
  • 1976 – seit 1976 aktiver Polizeidienst in Graz und seit 2005 Leiter der Polizeiinspektion Graz Finanz
  • 1992 – seit 1992 aktives europaweites kriminalpräventives Engagement mit jährlich verschiedensten Fortbildungen in Europa und den USA
  • 1999 – seit 1999 Leiter des Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention (www.aktiv4u.at) und die Österreichweite Einführung, Mitentwicklung bzw. Umsetzung kriminalpräventiver und gesundheitsfördernder Projekte
  • 2008 – Idee der Verleihung des 1. Österreichischen Präventionspreises in fünf Kategorien mit 123 Projekten und einer Gesamtteilnahme von über 20.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (www.praeventionspreis.at)
  • 2008 – Idee zu einem österreichischen Präventionskongress (www.praeventionskongress.at)
  • 2009 – Umsetzung des 1. Österreichischen Präventionskongresses
  • 2009 – Gründung von aktivpraeventiv – Plattform für Kriminalprävention Wissenstransfer und Vernetzung GmbH (www.aktivpraeventiv.at)
  • 2010 – Durchführung des 2. Österreichischen Präventionskongresses

Die Ziele des 2. Österreichischen Präventionskongresses:

Unter dem Motto „Das geht zu weit! – Wir begegnen wir Grenzüberschreitungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen?“ greift der Präventionskongress 2010 dieses sehr komplexe Handlungsgebiet auf, das unsere Gesellschaft tagtäglich emotionalisiert und berührt, vielfach aber auch überfordert und hilflos macht.

Der Präventionskongress 2010 sieht es als Auftrag, mit diesem Thema erneut die Vernetzung der verschiedensten Akteure anzustreben, die Prävention in den Bereichen Kriminalprävention und Gesundheitsförderung von der Theorie bis zur Praxis aufzuzeigen und insbesondere Handlungsanleitungen, Lösungsvorschläge und Strategien anzubieten, aber auch interdisziplinär zu diskutieren.

Daher wird dieses umfassende Themengebiet zunächst in Vorträgen, Workshops und Praxisforen interdisziplinär diskutiert, der gemeinsame Versuch wird gewagt, „Grenzen“ zu definieren, um in weiterer Folge, auf die Analyse aufbauend, gemeinsame theoretische und praktische Handlungsanleitungen, Lösungsansätze und Strategien zu erarbeiten.

Gleichzeitig wird aber auch theoretisches und praktisches Wissen über Projektmanagement und Vernetzung vermittelt und im Sinne eines positiven Agierens über Elemente wie Motivation, Verständnis, Mut, Engagement usw. informiert und diskutiert.

Der Präventionskongress 2010 zeigt mit „Das geht zu weit! – Wie begegnen wir Grenzüberschreitungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen?“ auf, welche präventiven, gesundheitlichen, persönlichen, strukturellen, gesellschaftlichen, politischen und medialen Anforderungen bzw. Annäherungen in Österreich erforderlich sind, und wird gemeinsam österreichische Präventions- und Interventionsstrategien mit europäischen Betrachtungen überlegen, diskutieren, festschreiben und veröffentlichen.

 

Christian Grafl

ao. Univ.-Prof. Dr. Christian Grafl

Abteilung für Kriminologie
Universität Wien

 
  • Geboren am 29.10.1959 in Wien
  • 1978 Matura am BRG XII in Wien
  • ab WS 1979/80 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien
  • 1983 Promotion zum Dr.iur.
  • 1983/84 Gerichtspraxis im Sprengel des OLG Wien
  • seit 1981 mit zwei kurzen Unterbrechungen wissenschaftlicher Mitarbeiter (Studienassistent, Universitätsassistent, wissenschaftlicher Beamter) am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien
  • 1999 Habilitation an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und Erteilung der Lehrbefugnis für Kriminologie und Kriminalistik
  • seit 1.12.2003 Leiter der Abteilung Kriminologie des Instituts für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien
  • seit 2004 Koordinator des Wahlfachkorbes „Strafjustiz und Kriminalwissenschaften“ an der Universität Wien
  • seit 2006 stv. Institutsvorstand
  • seit 2001 zusätzlich Lehrbeauftragter an der Universität Graz
  • seit 1991 allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für die Fachgebiete „Allgemeine Kriminologie, Urkundenuntersuchung und Schriftwesen

Der 2. Österreichische Präventionskongress beschäftigt sich mit Grenzüberschreitungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ich habe deshalb die Aufgabe, wieder im wissen-schaftlichen Beirat mitzuarbeiten, gern übernommen. Spektakuläre Einzelfälle von Jugend-kriminalität und deren mediale Aufbereitung sind vielfach Anlass für (kriminal-)politische De-batten, die meist in Forderungen nach einer wie immer gearteten „Verschärfung“ staatlicher Reaktionen münden. Gerade in diesem Bereich ist aber aus meiner Sicht Prävention wesent-lich zielführender als Repression.

Für qualifizierte Präventionsarbeit ist vernetztes Denken entscheidend. Und gerade für einen interdisziplinären Gedankenaustausch eignet sich ein nationaler Präventionskongress beson-ders gut, ermöglicht er doch eine rasche und unmittelbare Vernetzung von Personen, die in unterschiedlicher Weise und in unterschiedlicher Intensität mit Präventionsaspekten befasst sind.

Ich wünsche mir deshalb, dass der diesjährige Kongress in Graz dazu beiträgt, das Phänomen der Kinder- und Jugendkriminalität in seiner ganzen Komplexität zu erfassen und Fachleute aus allen Bereichen über sinnvolle Reaktions- und Präventionsmuster diskutieren können. Wenn es zusätzlich gelingt, umsetzbare politische Handlungsanleitungen zu entwickeln, ist das Ziel des 2. Österreichischen Präventionskongresses aus meiner Sicht mehr als erreicht.

Christian Grafl

 

Sabine Liebentritt

Mag.ª Sabine Liebentritt

Geschäftsführerin des bundesweiten Dachverbands
für Offene Jugendarbeit in Österreich.

 
  • Psychologin
  • PR-Fachwirtin (BAW)
  • Akademisch geprüfte politische Bildnerin
  • Geboren: 2.6.1975 in Hohenems (Vorarlberg)
  • Diplomarbeit zum Thema Alkoholismustherapie
  • 1 Jahr Jugendarbeiterin in einem Jugendtreff
  • 3 Jahre Beratungstätigkeit in einer Drogenberatungsstelle
  • 5 Jahre Vernetzungsträgerin bei Plattform gegen die Gewalt in der Familie (Familienministerium)
  • 6 Jahre Geschäftsführerin der koje – Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit und Entwicklung (Dachverband für Offene Jugendarbeit in Vorarlberg – www.koje.at)
  • Ab Februar 2009 Geschäftsführerin des bundesweiten Dachverbands für Offene Jugendarbeit in Österreich.
  • Chefredakteurin des Fachmagazins DISKURS (www.jugend-diskurs.at).
  • Projektleiterin bei der Entwicklung des Fachbuchs „Das ist Offene Jugendarbeit“

Offene Jugendarbeit ist eine wichtige Säule in den jugendpolitischen Angeboten Österreichs.

Sie ist vielfältig und bunt und in dieser Buntheit ein Spiegelbild der jugendlichen Besucherinnen und Besucher in den Jugendtreffs und Jugendzentren. Vielfältigste Projekte, Methoden und Angebote erreichen unterschiedliche junge Menschen in ganz Österreich. Denn so wenig wie es DIE Jugend gibt, so gibt es auch nicht DIE Offene Jugendarbeit in Österreich. Und doch ist allen eines gemeinsam: die präventiven Wirkungen von Offener Jugendarbeit. Dabei geht es nicht darum, bereits in der Zielformulierung von Projekten und Angeboten die Prävention in den Vordergrund zu stellen, sondern weil die Offene Jugendarbeit bei Konzeption und Durchführung so nahe bei den Bedürfnissen, Lebenswelten und Ressourcen der Jugendlichen ansetzt, ist Prävention die Wirkung allen Tuns in der Offenen Jugendarbeit – sei es nun im Kontext von Gewalt, von Konsum und Sucht, von Kriminalität, von Gesundheit und vielem mehr.

Und warum vernetzt sich die Offene Jugendarbeit in Österreich im Rahmen von Präventionsarbeit?

Gute Frage – Synergien nutzen, Qualität sichern, die Angebote, Methoden und zugrunde liegenden Konzepte qualitativ weiter entwickeln, gemeinsame Fortbildungen entwickeln und besuchen, Know-How-Transfer, gemeinsames Lobbying für die Offene Jugendarbeit, deren Wirkungen, Erfahrungen und deren Zielgruppen … das sind nur einige wenige Facetten und Schlagworte in diesem Kontext.

Sichtbar machen

Das Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit mit seinen flexiblen und jugendgerechten Angeboten stellt stets die Individualität der Jugendlichen in den Mittelpunkt. Nicht Veränderung oder Anpassung steht im Vordergrund, sondern Akzeptanz und Förderung von Stärken und deren Weiterentwicklung. Die meisten JugendarbeiterInnen können ihren Job so gut im Interesse der jungen Menschen und zum Nutzen der Gesellschaft erfüllen, weil sie eine professionelle Nähe zu den Jugendlichen aufbauen und halten. Doch es genügt nicht nur gute Arbeit zu leisten, sondern es ist wichtig, die eigenen Leistungen und die kleinen und großen Erfolge und die Wirkungen entsprechend wirksam zu „vermarkten“ – für Politik, Verwaltung oder die allgemeine Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Es geht darum, Offene Jugendarbeit zu positionieren als wichtige Säule in der Begleitung junger Menschen hinein in die Gesellschaft und ins Erwachsen werden – freiwillig, spaßorientiert, offen – und dennoch nicht willkürlich und nicht ohne Wirkungen.

In diesem Sinne bringen Sabine Liebentritt und Roman Zöhrer konkrete praktische Erfahrungen und die Sichtweise junger Menschen in diesen Beirat ein.

Sabine Liebentritt kann zudem als Vertreterin des bundesweiten Dachverbands der Offenen Jugendarbeit den österreichweiten Blickwinkel in alle Diskussionen und Planungen einbringen.

Herwig Lenz

OR Mag. Herwig Lenz

Büroleiter / Kriminalprävention & Opferhilfe
Bundesministerium f. Inneres / Bundeskriminalamt

 

BMI/BKA – Leiter der Präventionsabteilung

Nach seiner Ausbildung an der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Maschinenenbau in Wiener Neustadt belegte Herr Mag. Herwig Lenz das Studium der Psychologie an der Universität Wien mit dem Schwerpunkt „Wirtschafts- & Kriminalpsychologie“ (Spezialseminare bei Prof. Dr. KIRCHLER; Mag. Dr. MÜLLER)

Danach folgte die Ausbildung zum Gendarmeriebeamten mit dem Spezialgebiet Kriminaldelikte (Ausbildung zum Sondereinsatzbeamten, Tonfa-Ausbildung, Verhandlungstaktik & -technik, Spezialausbildung zum Konfliktmanager, Führungs- & Koordinationsaufgabe bei Großfahndung)

Aufgaben im psychologischen Dienst des Bundesministerium für Inneres:
Personaldiagnostik, Auswahlverfahren für Grundausbildung aber auch für Sonderverwendungen EKO-Cobra, Leitung von Seminaren für Führungskräfte, Kommunikation und Konfliktmanagement, Stressmanagement - Seminare sowie Trainerausbildungen zu verschiedensten Themen für hochqualifizierte Fachkräfte.

Aufgaben im psychologischen Dienst des Bundesministerium für Landesverteidigung: Personalrecruting insbesondere der Eliteeinheiten, Seminargestaltung der Fachhochschule für Militärische Führung.

Weiters ist Herr Mag. Herwig Lenz selbständiger Unternehmer im Bereich Training & Coaching – Seminarbegleitende Maßnahmen sowie zertifizierter Trainer der DRIVE Sicherheit-Service GmbH.

2008: Jurymitglied beim Österreichischen Präventionspreis

„Sicherheit zählt zu den wichtigsten Grundbedürfnissen des Menschen. Sicherheit bedeutet Lebensqualität und hat auch auf das Image und das Ansehen eines Landes einen bedeutenden Einfluss. Hohe Sicherheitsstandards innerhalb eines Landes drücken Glaubwürdigkeit und Stärke aus, die nicht zuletzt in Vorteilen internationaler Beziehungen zu anderen Ländern ersichtlich werden. Durch den stetigen und schneller werdenden Wandel der Gesellschaft, ändern sich auch die Sicherheitsrisiken.

Kriminalprävention nimmt aus diesem Grund in der Gesellschaft einen immer höher werdenden Stellenwert ein - Sicherheit wird als ein wichtiges und hohes Gut erkannt und als unbedingt schützenswert gesehen. Und Schutz bedeutet Vorbeugung.

Prävention muss im Sinne von Aufklärung proaktiv agieren und alle Möglichkeiten der Prävention ausschöpfen. Ganz wesentlich ist hierbei, dass die Kriminalprävention als eine langfristige und nachhaltige Aufgabe verstanden wird. Und: Präventionsarbeit kann nicht am Schreibtisch geleistet werden - Prävention kann nur im Kontakt zu den Menschen erfolgen. So vielfältig die Motive und Ausprägungen von Kriminalität sind, so vielfältig müssen auch die Zugänge zu Prävention sein.

Prävention ist ein komplexer und sich ständig verändernder Bereich. Deshalb müssen immer wieder neue Ideen und Ansätze zu einer Verbesserung und einem Ausbau der Beziehungen zu allen gesellschaftlichen Teilbereichen geschaffen werden. Im Sinne einer effektiven Vernetzung von Politik, Staat und Gesellschaft.“

Mag. Rosa Maria Ranner

Mag.ª Rosa Maria Ranner

Pädagogische Hochschule Steiermark 

 

Psychologin, Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, Notfallpsychologin, Diplompädagogin

Geboren in Kärnten. Studium in Graz. Lebt in einer Partnerschaft.

Nach Abschluss des Psychologiestudiums an der Grazer Karl-Franzens-Universität (1997) seit 1999 Professorin an der Pädagogischen Hochschule Steiermark im Bereich Humanwissenschaft und in der planenden Mitarbeit im Bildungsmanagement und in der Qualitätsentwicklung.

Diplompädagogin für Kinder und Jugendliche mit speziellen Erziehung-und Bildungsbedürfnissen sowie Sprachheilpädagogik und Interkulturelles Lernen.

Forschungstätigkeit und Projektarbeit im Bereich Suchtprävention für Kinder und Jugendliche.

Seit 2008 Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen und Gender Mainstream Beauftragte an der Pädagogischen Hochschule Steiermark (PHSt).

Kontaktperson an der PHSt für das Projekt „Die weiße Feder - Gemeinsam gegen Gewalt“ vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Ehrenamt:

Seit 2007 Mitarbeiterin in der Krisenintervention und Notfallpsychologie

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Gewaltbereitschaft, Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen werden zu einer immer größeren gesellschaftlichen Herausforderung. Der Lern- und Lebensort Schule bietet viele Möglichkeiten aufklärend zu wirken und präventive Maßnahmen zu setzen. Schule als Ort der Bildung und als fester sozialer Bezugspunkt für Kinder und Jugendliche hat sowohl stützende als auch belastende Auswirkungen auf alle am Schulgeschehen Beteiligten. An der Pädagogischen Hochschule Steiermark ist daher Prävention ein besonders wichtiges Thema in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen.

Als Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin ist mir Präventionsarbeit seit vielen Jahren ein Anliegen. Neben Persönlichkeitsbildung gibt es an der Pädagogischen Hochschule Steiermark ein breites Angebot aus dem Bereich der psycho-sozialen Gesundheitsförderung zu den Themen Kommunikation und Konfliktfähigkeit, Gewalt und Gewaltprävention, Drogen- und Suchtprävention in Kooperation mit zahlreichen namhaften Expertinnen/Experten und Fachstellen aus Graz und der Steiermark.

Damit Lehrerinnen und Lehrer gewaltpräventiv handeln können ist nicht nur adäquates Know-How notwendig, sondern vor allem Sensibilisierung und die Erweiterung der Handlungskompetenzen in der primären und sekundären Prävention um Schülerinnen und Schülern aller Altersgruppen in ihren Lebenskompetenzen zu fördern. Soziales Lernen und Eigenverantwortung, bessere Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und die Schaffung von Coping-Strategien sollen erworben werden und zu einem besseren Umgang miteinander führen. Neben den direkt Beteiligten, wie Schulleitung, Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern, kommt der Vernetzung und Kooperation im Bildungsbereich auf Landes- und Bundesebene eine besonders wichtige Rolle zu. Der nunmehr 2. Präventionskongress bietet hierfür eine gelungene Plattform.

 

Mag. Dr. Dagmar Strohmeier

Mag.a Dr.in Dagmar Strohmeier

Psychologin, Universität Wien – Fakultät für Psychologie,
Institut für Wirtschaftspsychologie – Bildungspsychologie und Evaluation 

 
Biographie

Mag.a Dr.in Dagmar Strohmeier, Psychologin, arbeitet seit 2001 als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Frau Prof. DDr.in Christiane Spiel an der Universität Wien, Fakultät für Psychologie, Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation.

Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Erforschung von sozialen Beziehungen in der Schule sowie in der Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Trainingsprogrammen zur Förderung der sozialen und interkulturellen Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen.

Gemeinsam mit Frau Mag.a Dr.in Moira Atria hat sie das WiSK Programm: Förderung von sozialen und interkulturellen Kompetenzen in der Schule entwickelt.

Gemeinsam mit Frau Prof. DDr.in Christiane Spiel hat sie die Generalstrategie zur Gewaltprävention an österreichischen Schulen und Kindergärten "Gemeinsam gegen Gewalt" entwickelt.

Gewaltprävention kann nur als gemeinsames Anliegen gelingen.

Präventionsarbeit in Schulen sollte theoriebasiert erfolgen, wobei eingesetzte Programme wissenschaftlichen Standards genügen müssen.
Ein solches Programm wurde an der Uni Wien entwickelt.

Mehr Infos finden Sie auf:
www.univie.ac.at/wisk.psychologie/

Dr. Ireen Christine Winter

Dr.in Ireen Christine Winter

Universität Wien, Abteilung für Kriminologie, Research Officer
(European Crime Prevention Network - EUCPN) 

 
Biographie
  • 1999
    1. juristisches Staatsexamen (Hannover)

  • 2003
    2. juristisches Staatsexamen (Hamburg)

  • 2003-2004
    Stadt Frankfurt a.M., Jugend- und Sozialamt (Abt. Gefährdete Personen und Auswärtige)

  • Seit 2004
    Univ.-Assistentin, Universität Wien, Abteilung für Kriminologie

  • 2007
    Promotion (Modernisierungsprozesse im österr. Strafvollzug (...)

  • Seit 2007
    Research Officer des European Crime Prevention Networks (EUCPN)

  • Seit 2008
    Bundesministerium für Inneres, Bundeskriminalamt Wien,
    Büro Kriminalprävention und Opferhilfe
  • Seit 2009
    Lehrbeauftragte, Fachhochschule Wiener Neustadt,
    Bachelorstudiengang Polizeiliches Führungsmanagement

 

“From National to International Experience and vice versa”

Ein wichtiges Ziel der Weiterentwicklung effektiver Kriminalpräventionsstrategien ist die enge Vernetzung und Unterstützung von Maßnahmen auf lokaler, nationaler aber auch internationaler Ebene. Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Verantwortungsträgern aus Forschung und Praxis sowie  der Aufbau eines konstruktiven Informations- und Erfahrungsaustauschs - auch zwischen anderen Staaten - ist dabei von großer Bedeutung. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund größer werdender finanzieller und personeller Ressourcenknappheit sind sowohl negative als auch positive Erfahrungen anderer in der Umsetzung kriminalpräventiver Projekte und Maßnahmen wichtig, um auf strategischer Ebene besser planen und steuern zu können ( „what works, what doesn´t work?“).

Der Österreichische Präventionskongress bietet eine ideale Plattform, bestehende Erkenntnisse und bewährte Präventionsstrategien im Rahmen eines qualifizierten Kooperationsnetzes zu sammeln, zu analysieren und im gegenseitigen Austausch zu fördern.

Mag. Dr. Michael Wrentschur

Mag. Dr. Michael Wrentschur

Soziologe, Theaterpädagoge, Erziehungs- und Bildungswissenschafter, Kulturschaffender Hochschullehrer an der Universität Graz, Künstlerischer Leiter von InterACT (Werkstatt für Theater und Soziokultur Graz)

 
Biographie

Geb. 1966 in Graz

Soziologe, Theaterpädagoge, Erziehungs- und Bildungswissenschafter, Kulturschaffender

Hochschullehrer an der Universität Graz, Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft, Arbeitsbereich Sozialpädagogik: Arbeitsschwerpunkte in Lehre und Forschung: Theaterarbeit in sozialen Feldern; Soziokultur und Partizipation; szenisches Forschen

Künstlerischer Leiter von InterACT, Werkstatt für Theater und Soziokultur Graz.

Leitung zahlreicher theaterpädagogischer Workshops, Projekte und Produktionen zur Sucht- und Gewaltprävention; BürgerInnenbeteiligung; Konflikte im öffentlichen Raum; (Neue) Armut, Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit.

Statement

Präventionsarbeit, die erfolgreich sein will, benötigt lebensweltliche, kreative und handlungsorientierte Methoden und Konzepte, die Menschen unterschiedlichen Alters in ihrem jeweiligen Möglichkeiten und Potenzialen erreichen und aktivieren. Dabei ist es zum einen wichtig, Menschen Räume für eigenverantwortliches, selbst bestimmtes und bewusstes Handeln zu eröffnen.

Zugleich muss damit immer auch der Blick auf die gesellschaftspolitischen Strukturen, Prozesse und Rahmenbedingungen gelenkt werden, die Menschen in ihren Teilhabe- und Verwirklichungschancen einschränken. Eine Gesellschaft, die so gestaltet ist, dass ein „Gutes Leben für alle“ möglich ist, macht Präventionsarbeit nahezu überflüssig.

Prävention wird daher umso wirksamer, je mehr sie zu Vernetzung und gemeinsamen Lösungssuche von Betroffenen, Professionellen, Organisationen und Politik beiträgt und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse zu mehr Humanität, Menschenwürde und sozialer Gleichheit unterstützt.